Ein Ende ohne Nostalgie

Ein Ende ohne Nostalgie

Erbach. Die alte Erbacher Turnhalle ist seit Wochen Geschichte. Nach dem Abriss der ehemaligen Pestalozzischule in der Steinbachstraße in Erbach hat der Homburger Stadtteil mit dem Abriss der alten, seit Jahren geschlossenen Turnhalle, ein weiteres markantes Gebäude verloren, das den Ort seit Jahrzehnten geprägt hat und Heimat des ehemaligen Turnvereins Erbach war

Erbach. Die alte Erbacher Turnhalle ist seit Wochen Geschichte. Nach dem Abriss der ehemaligen Pestalozzischule in der Steinbachstraße in Erbach hat der Homburger Stadtteil mit dem Abriss der alten, seit Jahren geschlossenen Turnhalle, ein weiteres markantes Gebäude verloren, das den Ort seit Jahrzehnten geprägt hat und Heimat des ehemaligen Turnvereins Erbach war.Ganz reibungslos ist der Abbruch der Halle nicht verlaufen. Eigentlich wollte man bis Ende letzten Jahres im Groben die marode Halle entkernt haben, doch der durch unsachgemäßen Einsatz des damaligen Abrissunternehmens bedingte Einsturz des Giebels zur Steinbachstraße am 23. November 2012 (wir berichteten), führte zunächst zur Vollsperrung der Durchgangsstraße sowie zum Stillstand der Baumaßnahme.

"Wir haben nach Klärung der Sachlage eine beschränkte Ausschreibung durchgeführt", wies Roland Ecker von der Abteilung Technisches Gebäudemanagement bei der Stadt Homburg und zuständiger Sachbearbeiter für die Abbruchmaßnahme, auf den Submissionstermin 4. Februar hin.

Mit der Eppelborner Bauunternehmung Gihl habe man dann eine Firma gefunden, die bereits vier Wochen später, am 4. März, mit den weiteren Abbruchmaßnahmen begonnen habe. "Die Firma hat tolle Arbeit geleistet und war vor dem für Mitte April festgelegten Termin fertig ", erklärte Ecker. Da die alte Turnhalle mit dem "neuen" Sportzentrum mit einer Wand verbunden war, musste an dieser Stelle eine neue Wand eingezogen werden. Der Platz wurde mit Sand und Schotter aufgefüllt und verdichtet. In Kürze wird eine Vegetationsschicht mit einem einfachen Schotterrasen aufgebracht.

Der Platz wird Ende April entlang der Steinbachstraße sowie zu den Grundstücken mit einer 15 000 Euro teuren Stahl-Draht-Zaunanlage eingezäunt. Darüber hinaus soll ein externes Büro in den nächsten Tagen Vermessungen durchführen, kündigte Ecker an. Trotz des Zwischenfalls mit der alten Abrissfirma liege man im Rahmen der geschätzten Kosten, meinte Ecker.

Die Gesamtkosten für den Abriss der alten Turnhalle und die Entsorgung der Eternitplatten, der Glaswolle und des Holzgebälks belaufen sich auf annähernd 485 000 Euro. Die reinen Abbrucharbeiten bezifferte Ecker auf 140 000 Euro. Die Kosten für die umfangreiche Maßnahme werden jeweils zu einem Drittel von Stadt, Land und Bund übernommen. Zu Beginn der Abbrucharbeiten wurden die Eternitplatten von dem 1300 Quadratmeter großen Hallendach der alten Erbacher Turnhalle abgebaut, riesige Mengen von Glaswolle entfernt sowie das ganze belastete Material in Container gepackt, um alles fachmännisch zu entsorgen.

Mit ein wesentlicher Anlass für den Abriss des alten, maroden Gebäudes seien nicht nur statische Gründe, sondern auch gesundheitsgefährdende Stoffe gewesen, betonte Ecker schon vor der Maßnahme.

So sieht das Gelände jetzt aus. Wo einst die Halle stand, wurde Schotterrasen gesät und eine freie Fläche angelegt.
Vor einigen Wochen sah es während des Abrisses der alten Erbacher Sporthalle auf dem Gelände noch chaotisch aus. Vor allem das Dämmmaterial und die Eternitplatten mussten wegen der gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe separat entsorgt werden. Fotos: Bernhard Reichhart.
So sieht das Gelände jetzt aus. Wo einst die Halle stand, wurde Schotterrasen gesät und eine freie Fläche angelegt.

Als Beispiele nannte er Fasern und Mineralwolle in der Hallendecke, die sich über lange Jahre gelöst und über die Lüftung in der Halle verbreitet hätten. Ganz schlimm habe es vor allem in der ehemaligen, in die Jahre gekommenen Sauna ausgesehen, die man aufgrund der starken Schimmelbildung nur mit Mundschutz oder Atemmaske betreten konnte.