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Ein Club, der mit der Zeit geht

Ein Club, der mit der Zeit geht

Homburg. Vor zehn Jahren schlossen sich einige Herren zusammen, um den Rotary Club Homburg-Saarpfalz zu gründen. Darunter der ehemalige Homburger Oberbürgermeister Reiner Ulmcke

Homburg. Vor zehn Jahren schlossen sich einige Herren zusammen, um den Rotary Club Homburg-Saarpfalz zu gründen. Darunter der ehemalige Homburger Oberbürgermeister Reiner Ulmcke.Da es bei den Club-Gründungen der Rotarier ähnlich zugeht wie bei den mittelalterlichen Zisterzienser-Abteien - das heißt, man braucht immer einen Club beziehungsweise eine "Mutterabtei", aus dem man sich "ausgründen" kann -, so war dies der Rotary Club Homburg-Zweibrücken. Aus ihm entwickelte sich also Homburg-Saarpfalz. Das ist aber auch alles, was an mittelalterlichen Parallelen vorhanden war, denn "wir waren der erste saarländische Rotary Club, der Frauen aufgenommen hat", erklärt Ulmcke mit einem Schmunzeln.

Er ist Pressewart des Rotary Clubs Homburg-Saarpfalz, Clubpräsident Hans Köhler, ist vielen noch als ärztlicher Direktor des Uniklinikums bekannt. Eigentlich seien weibliche Mitglieder schon seit den 80er Jahren in Rotary Clubs "erlaubt" gewesen, "aber irgendwie wollten die Männer unter sich sein", vermutet Ulmcke, der sich noch gut erinnern kann, "dass es damals etwas Widerstand gab, als wir 2002 die ersten weiblichen Mitglieder aufnahmen."

Für Präsident Hans Köhler ist das Schnee von gestern: "Wir haben insgesamt 39 Mitglieder, darunter fünf Frauen. Wir sind ganz bestimmt kein Herrenclub, sondern eine Vereinigung, die sich für das Gemeinwohl einsetzt." Ohnehin pflegen weder Reiner Ulmcke noch Hans Köhler ein rückwärtsgewandtes Weltbild, dafür waren sie zu lange in Berufen tätig, die hart an der Realität orientiert sind.

Deshalb hat auch Hans Köhler kein Problem damit, den Rotary-Leitspruch von 1905 "Service above Self", ("Selbstlos dienen"), zeitgemäß zu interpretieren. "Wir sehen das heute moderner", sagt er, "das damalige Motto passt in der Wortwahl nicht mehr so recht ins Jahr 2011. Das heißt aber nicht, dass wir uns von dem Grundgedanken, der dahintersteht, verabschiedet hätten."

Er würde das Ziel des Clubs lieber mit "Engagement fürs Gemeinwohl" übersetzen. Wobei der Begriff "Gemeinwohl" durchaus breit gefasst ist: "Das kann ein soziales, kulturelles oder spontanes Hilfsprojekt sein." Innerhalb der vergangenen zehn Jahre habe der Rotary Club Homburg-Saarpfalz ein Spendenvolumen von 160 500 Euro generiert, sagt Reiner Ulmcke nicht ohne Stolz. Davon gehen 27 Prozent an die internationale Rotary Oragnisation, die davon beispielsweise das Impfprogramm gegen Kinderlähmung finanziert.

18 Prozent wurden an Rotary Deutschland abgeführt und 55 Prozent, rund 89 000 Euro, wurden in Projekte in und um Homburg investiert. Größte Investition war die Nachbildung der Jupitersäule am Römermuseum in Schwarzenacker, gefolgt von sozialen Projekten an Kindergärten (Sucht- und Gewalt-Prävention), Spenden ans Uniklinikum, Förderung der Musikausbildung bei Kindern, Projekte mit dem französischen Partner-Club oder auch spontane Hilfeleistungen, zum Beispiel für eine durch einen Brand in Not geratene Familie.

Dass der Rotary Club nicht den Bezug zur Aktualität verliert, dafür sorgen wöchentliche Vorträge zu brisanten Themen. Als nächstes steht das Profil der Piratenpartei auf dem Programm.

Auf einen Blick

 Reiner Ulmcke und Hans Köhler engagieren sich für den Rotary Club Homburg-Saarpfalz. Am Samstag feiert dieser sein zehntes Jubiläum. Foto: Thorsten Wolf
Reiner Ulmcke und Hans Köhler engagieren sich für den Rotary Club Homburg-Saarpfalz. Am Samstag feiert dieser sein zehntes Jubiläum. Foto: Thorsten Wolf

Am Samstag feiert der Rotary Club Homburg-Saarpfalz ab 18 Uhr sein zehnjähriges Bestehen in der Fasanerie in Zweibrücken. Für die musikalische Begleitung sorgen die Homburger Geschwister Ginkel, den Festvortrag hält Reiner Ulmcke. Auch Gäste aus dem Partnerclub werden zur Feier erwartet. red