1. Saarland

Ein Bienenvolk für Kinder

Ein Bienenvolk für Kinder

St. Ingbert. Die hohe Wiese ist ein Blumenmeer. Klatschmohn, wilde Malven, verschiedene Diestelsorten, Kornblumen, ein paar Sonnenblumen recken die Köpfe in die Höhe. Die Farbe Blau dominiert in diesen Tagen. Die Luft ist erfüllt vom Gesumme und Gebrumme verschiedener Insekten. "Hier sind bestimmt 15 verschiedene Hummelsorten unterwegs

St. Ingbert. Die hohe Wiese ist ein Blumenmeer. Klatschmohn, wilde Malven, verschiedene Diestelsorten, Kornblumen, ein paar Sonnenblumen recken die Köpfe in die Höhe. Die Farbe Blau dominiert in diesen Tagen. Die Luft ist erfüllt vom Gesumme und Gebrumme verschiedener Insekten. "Hier sind bestimmt 15 verschiedene Hummelsorten unterwegs. Und es kommen immer mehr Schmetterlinge", erläutert der St. Ingberter Imker Hans-Werner Krick. Mal abgesehen von den 14 Bienenvölkern, die dort hinter der Straße Zum Nassauer Graben im Norden St. Ingberts auf der idyllischen Blumenwiese zu finden sind. Krick produziert dort Honig, zugleich schenkt er St. Ingberter Grundschülern einen Einblick in natürliche Zusammenhänge (wir berichteten). Ein Stück gelebte Biosphäre mithin. Die Albert-Weisgerber-Schule hat bereits einen Workshop gemacht und, wie Krick weiß, mit einem daraus entstandenen Hörspiel bei der Drogeriemarkt-Kette "dm" einen Preis gewonnen. Kinder der Rischbachschule hat er regelmäßig auf der Wiese. Sie haben mittlerweile ihr eigenes Bienenvolk bei ihm stehen. Auch der Naturschutzbund (Nabu) ist auf das Projekt aufmerksam geworden und hat ein Bienenhotel beigesteuert. Krick denkt daran, Nistkästen für Vögel aufzustellen und "etwas mit Hornissen zu machen", die nach seinen Worten völlig zu Unrecht als gefährlich eingestuft würden. In einem Hornissenkasten könne man etwa eine Webcam installieren und so Kindern ganz erstaunliche Einblicke geben. Neue Wege also, um junge Menschen zu erreichen und, wie Krick das sagt, zu zeigen, dass Apfelsaft nicht nur aus dem Tetra-Pack kommt. Denn auch das bietet die Wiese: eine Reihe Obstbäume, aus deren Früchten die Kinder Saft, Marmelade oder Dörrobst machen könnten. Nicht nur Kinder besuchen ihn. Auch Anwohner, berichtet er, suchten mittlerweile inmitten einer blühenden Landschaft die Bänke auf, die er in einigem Abstand zu den Brutkästen aufgebaut hat. Krick: "Ich bekomme bislang nur positive Reaktionen." Brachland war die Parzelle bis zum vergangenen Herbst. Die Stadt habe ihm ohne viel Aufhebens die Fläche verpachtet, Hochscheid-Bauer Michael Bitsch bereitete mit seinen großen Landmaschinen die Fläche im Rockental, etwa 1,5 Hektar groß, vor. Eine spezielle Samenmischung hat Krick in Teile des Geländes eingesät. Sie enthält Blumen, die zu unterschiedlichen Zeiten des Jahres blühen. Ein optimales Nahrungsangebot für die Bienen. Den St. Ingberter Honig will der Imker mit 50 Cent Aufschlag verkaufen. Je zur Hälfte solle der Mehrerlös an das Projekt Schulimkerei und an freie Arbeit mit Kindern fließen. Die Projekte mit jungen Leuten sind Krick wichtig: "Sie sind die Generation Zukunft, sind begeisterungsfähig und haben noch Freiräume. Wenn sie das entsprechende Bewusstsein mitbekommen, tragen sie es weiter." Genau das also, was im Biosphärenreservat unter dem Gedanken Nachhaltigkeit zu verstehen ist. > Serie wird fortgesetzt