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"Ein absolutes Frauenthema"

"Ein absolutes Frauenthema"

Saarbrücken. "Ich bin gespannt, wie es angenommen wird": Petra Messinger (48, Foto: Maurer) blickt auf das Heft in ihrer Hand. "Frauen werden älter" steht darauf. Es ist das Programm des Saarbrücker FrauenThemenMonats vom 6. bis 27. November, entwickelt von ihr - der Frauenbeauftragten der Stadt Saarbrücken - und ihren Kolleginnen

Saarbrücken. "Ich bin gespannt, wie es angenommen wird": Petra Messinger (48, Foto: Maurer) blickt auf das Heft in ihrer Hand. "Frauen werden älter" steht darauf. Es ist das Programm des Saarbrücker FrauenThemenMonats vom 6. bis 27. November, entwickelt von ihr - der Frauenbeauftragten der Stadt Saarbrücken - und ihren Kolleginnen. Acht Veranstaltungen behandeln das weibliche Älterwerden. Messinger sagt: "Dieses Thema liegt mir schon lange am Herzen". Und erklärt weiter: "Ich habe schon öfter festgestellt, dass das Altern immer geschlechterneutral abgehandelt wird. Dabei ist es ein absolutes Frauenthema." Schon zahlenmäßig. Messinger: "35,8 Prozent der Saarbrückerinnen und 29,5 Prozent der Saarbrücker sind 55 Jahre und älter. Bei den über 75-Jährigen gibt es mit 11,6 Prozent fast doppelt so viele Frauen wie Männer." Dazu kommt, so Messinger, "dass Frauen unter anderen Bedingungen als Männer altern." Sie hätten nicht selten mehr Risiken und Nachteile zu tragen. Viele Statistiken hat sie, die untermauern, dass Themen wie Pflege, Armut, Vereinsamung oder Mobilität vor allem Frauen angehen. Beispiel Pflege: "68 Prozent der Pflegebedürftigen und 70 bis 80 Prozent der zuhause oder stationär Pflegenden sind Frauen."Aber, das betont Messinger auch: Frauen sollen bei der Veranstaltungsreihe keineswegs als Opfer dargestellt werden. "Ältere Frauen haben unglaublich viel Potenzial: Sie sind gesundheits-, bildungs- und kulturinteressiert. Sie sind aktiv und engagiert." Es geht ihr um die Diskussion ums Thema, darum, "die Kategorie Geschlecht in eine Qualitätsdiskussion beim Thema Älterwerden" miteinzubeziehen. Und diskutiert werden kann in den drei Wochen viel, mit, wie die Frauenbeauftragte verspricht, hochkarätigen Referentinnen. Die erste Gelegenheit bietet sich am Freitag, 6. November. Professor Gertrud M. Backes spricht um 19 Uhr im Rathausfestsaal zum Thema "Frauen im Alter: länger leben, besser leben?". Nach einer Pause, die dem Austausch dienen soll, tritt Clownin Sophia Altklug auf. Auch bei den kommenden Veranstaltungen sollen die Besucher (Messinger: "Auch Männer sind angesprochen!") ins Gespräch kommen. So vor allem auch am Donnerstag, 26. November, 19 Uhr, im Rathausfestsaal. Nach dem Vortrag "Wenn die Töchter nicht mehr pflegen - Zur Zukunft der privaten Pflegearbeit" von Barbara Stiegler folgt eine moderierte Podiumsdiskussion. Die Frauenbeauftragte erklärt, dass Vertreter aller Stadtratsfraktionen anwesend sein werden, wenn es um "Gender in der Kommunalen Arbeit für Ältere in Saarbrücken" geht. Sich informieren und diskutieren können Frauen auch am Mittwoch, 18. November, 17 bis 20 Uhr, im Evangelischen Gemeindezentrum, Evangelisch-Kirch-Straße 27. "Leben wie die Golden Girls? - Anders Wohnen 50+" lautet das Thema. Mehrere Kurzreferate werden ergänzt durch einen Auftritt der "Herbstzeitlosen". Messinger: "Für konkret an den Wohnformen Interessierte bieten wir einen Folgetermin an."Dem kulturellen Interesse der Frauen wird mehrfach Rechnung getragen. So steht beispielsweise eine Ausstellungseröffnung am 9. November, ab 18 Uhr, in der Frauenbibliothek Saar, auf dem Programm. Hier zeigt Brigitte Schwarz unter dem Motto "Reibung - Reifung - Reichtum" Bilder und Skulpturen. Am 12. November, ebenfalls in der Frauenbibliothek, spricht um 19 Uhr Kunsthistorikerin Hanna Gagel in einem Diavortrag über das Spätwerk berühmter Künstlerinnen ("So viel Energie. Künstlerinnen in ihrer dritten Lebensphase"). Wie Begegnungen mit älteren Damen das Leben verändern können, darum geht es in einer Lesung am Donnerstag, 19. November, 19.30 Uhr, in der Frauenbibliothek mit Margit Reinhard-Hesedenz. Einblicke in das Innenleben von älteren, jüngeren und jungen Frauen gibt es am Samstag, 21. November, 20 Uhr, im Kino Achteinhalb. "Lost in Generation! Bye Bye Antonia - Cherchez la butch - Helena" heißt der Episodenfilm, der gezeigt wird. Mit einem humoristischen Blick auf das Thema endet der FrauenThemenMonat. "50 Plus! Seniorenteller?" hat Kabarettistin Uta Rotermund ihr Programm übertitelt. Schauplatz ist hierfür am Freitag, 27. November, 20 Uhr, das Kultur- und Bürgerzentrum Breite63.Bis auf den Vortrag am 12. November (vier Euro), die Kinovorführung am 21. November (5,10 bzw. 4,10 Euro) und den Abschlussabend (zehn bzw. acht Euro) ist der Eintritt frei.

Auf einen BlickVeranstalterin des FrauenThemenMonats ist das Frauenbüro der Stadt Saarbrücken. Kooperationspartner: Frauenbibliothek Saar, Lesben- und Schwulenverband Saar, Kino Achteinhalb, Breite63. Finanzielle Unterstützer des Programmes (Gesamtvolumen: 18 000 Euro): Sparkasse Saarbrücken, Oberbürgermeisterin und Familienministerium. Das Programm ist erhältlich im Internet, bei der Stadtverwaltung, in der Stadtbibliothek oder in Sparkassen. up