1. Saarland

Ein Abend der guten Nachrichten

Ein Abend der guten Nachrichten

Zwei Preisträger konnten sich über je 5000 Euro freuen, die Homburger Volkshochschule hatte so viele Besucher wie nie zuvor - und zur Langen Nacht der Wissenschaft am kommenden Freitag soll's wärmer werden. Nur positive Botschaften gab es zur Eröffnung der 52. Hochschulwoche im Forum.

. Gestern Abend wurde zum 52. Mal die Homburger Hochschulwoche eröffnet. Es war diesmal ein Preisträger-Jahr, denn nur alle zwei Jahre vergibt die Stadt Homburg den mit 10 000 Euro dotierten Wissenschaftspreis.

Es gab zwei Preisträger, die sich das Preisgeld teilen: Aiman Saab und Mathias Hohl. Saab wurde 1982 im Libanon geboren, mit 15 Jahren kam er mit Hilfe eines Schulstipendiums nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte er zunächst Medizin in Marburg, wechselte dann aber ins Fach Humanbiologie. Nach seinem Abschluss kam er ans Göttinger Max-Planck-Institut, 2010 dann ans Uniklinikum nach Homburg. 2012 lieferte er eine exzellent bewertete Doktor-Arbeit ab, die in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Molekulare Physiologie in Homburg (Leiter: Professor Frank Kirchhoff) und dem Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen entstanden ist.

Internationale Anerkennung erhielt Saab mit einer Veröffentlichung in dem renommierten Wissenschaftsmagazin "Science". Mathias Hohl kommt, ebenso wie Saab, aus der medizinischen Biochemie. Seine geografische Heimat liegt hingegen etwas näher: in der Pfalz. 1976 wurde er in Kusel geboren, studiert hat er in Kaiserslautern und in Swansea (Großbritannien). 2002 kam Mathias Hohl zur Promotion ans Institut für Medizinische Biochemie und Molekulare Biologie ins Saarland, seit 2006 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Inneren Medizin III (Kardiologie) bei Professor Michael Böhm. Auch seine Arbeit wurde in einer der führenden klinischen Zeitschriften publiziert, dem "Journal of Clinical Investigation".

Die jeweils 5000 Euro können die beiden Nachwuchsforscher gut gebrauchen. Saab wird sich das Geld für seinen Umzug nach Zürich aufheben, wo er ab September einen Forschungsaufenthalt plant, Hohl wird einen Teil des Geldes mit den Kollegen aus der Forschergruppe teilen, eine kleine Feier veranstalten und den Rest "in die Hochzeitskasse legen."

Wie immer, begrüßte der Leiter der Homburger Volkshochschule, Willi Haßdenteufel, die Gäste und gab einen kurzen Einblick in die Arbeit der VHS, die sich mit über 2500 Besuchern und 240 Kursangeboten großer Beliebtheit erfreut. Wie immer, seien Sprachen (144 Angebote) und EDV-Kurse die Renner. Bürgermeister Klaus Roth, der in Vertretung von Oberbürgermeister Karlheinz Schöner die Stadtverwaltung vertrat, lobte die VHS für ihre Arbeit - und zollte auch der Arbeit des Uniklinikums seinen Respekt. Es sei froh und stolz, dass es gelinge, "gute Forschung in Homburg zu halten" und bedankte sich bei den Professoren, "dass sie sich ihrer Verantwortung für diesen Standort bewusst sind."

Professor Michael Menger, Dekan der Medizinischen Fakultät, begann seinen Beitrag mit einem Jubelfoto des FC Bayern und ihrem dreifachen Erfolg. "Aber auch wir haben ein Triple", so Menger, denn es gebe seit diesem Jahr drei exzellente Forschungsprojekte am Uniklinikum: zwei Sonderforschungsbereiche (SFB 1027 und SFB 1757) sowie eine hochkarätige internationale Forschungsgruppe, bestehend aus kanadischen und deutschen Mitgliedern (IRTG 1830).

Derzeit, so Menger, zähle die Medizinische Fakultät 1940 Studenten, wovon über 60 Prozent weiblich seien. Dies, so Menger, erfordere verstärkte Bemühungen, noch mehr Möglichkeiten zu schaffen, um Arbeit und Familie besser zu koordinieren.

150 Promotionen gab es im akademischen Jahr, 113 davon in der Medizin, 13 in der Zahnmedizin, die übrigen Promotionen verteilten sich auf Naturwissenschaftler. Sieben Promotionen wurden mit der Exzellenznote "Summa cum laude" ausgezeichnet. Drei Professoren wurden neu berufen: Christoph Maack (Heisenberg-Lehrstuhl), Veronika Lukács-Kornek (Molekulare Immunologie) und Stephan Wagenpfeil für Medizinische Biometrie, Epidemologie und Informatik. Was sich nicht geändert hat: Noch immer hat das Uniklinikum 15,5 Millionen Euro vor der Brust, die eingespart werden müssen. Aber davon wollte man an dem fröhlichen gestrigen Abend mal nichts wissen.