1. Saarland

Eigene Improvisationen und herausragende Musik

Eigene Improvisationen und herausragende Musik

Theley. In der Theleyer Pfarrkirche St. Peter gab Dekanatskantor Thomas Martin vor einer ansehnlichen Zahl von Zuhörern ein abwechslungsreiches und wohlgelungenes Orgelkonzert. Als ältester Komponist war Arnold Schlick vertreten, der seinerzeit bei der Krönung Kaiser Maximilians I. musiziert hatte

Theley. In der Theleyer Pfarrkirche St. Peter gab Dekanatskantor Thomas Martin vor einer ansehnlichen Zahl von Zuhörern ein abwechslungsreiches und wohlgelungenes Orgelkonzert. Als ältester Komponist war Arnold Schlick vertreten, der seinerzeit bei der Krönung Kaiser Maximilians I. musiziert hatte. Schlicks Ausgestaltung der Melodie "Maria zart" hatte Martin stilgerecht weichen Flötenstimmen anvertraut, zuvor waren in heller Transparenz barocke Bearbeitungen des Kirchenlieds "Allein Gott in der Höh sei Ehr" von Friedrich Zachow und Johann Walther erklungen. Deren Zeitgenosse Georg Muffat, in Süddeutschland tätig und sowohl im französischen als auch im italienischen Stil erfahren, schrieb Toccaten für schnelle Finger:Das fünfte Werk dieser Art erfreute auch durch ein geradezu tänzerisches Element, das der Solist effektvoll inszenierte. Diese Munterkeit dominierte in Baldassare Galuppis Sonate in G-Dur, einem liebenswürdigen Beitrag aus der "galanten" Zeit. Ein Schwerpunkt des Abends war die Form der Improvisation. Martin hatte seine Darbietungen mit einer Improvisation des französischen Meisters Charles Tournemire begonnen, die Maurice Duruflé einst aufgezeichnet hatte. Hier mischte sich die klare gregorianische Linie des "Te Deum laudamus" ("Dich, Gott, loben wir") mit prächtigen impressionistischen Klangwirbeln.

Die beiden eigenen Improvisationen, die Martin als Kontraste in die Programmfolge integriert hatte, waren meditativer Art: Ruhige Folgen spannungsreicher Akkorde in der ersten, ein flächiger vibrierender Klang als Gegensatz zu einem variierten Tropfen-Motiv in der zweiten. Herausragende Musik des 20. Jahrhunderts war die viersätzige "Suite Modale" von Flor Peeters. Während der einleitende "Koraal" Glockenklang assoziierte und das Adagio mit seiner unendlichen Melodie noch entfernt an die Romantik erinnerte, führten das Scherzo und die abschließende Toccata in eine eigene Welt mit eigenwilliger Melodik, die für den Interpreten eine bravourös bestandene Herausforderung war. Typisch romantische Orgelsymphonik stellte Martin als Finale vor: Das "Allegro con fuoco" von Alexandre Guilmant.

Er spielte mit großem Atem und machte auch an dem relativ kleinen Theleyer Instrument starke dynamische Gegensätze deutlich. Für den herzlichen Beifall dankte er mit einem improvisierten fröhlichen Marsch.