Ehrenamtler kommen bald billiger ins Staatstheater und in Bäder

Ehrenamtler kommen bald billiger ins Staatstheater und in Bäder

Saarbrücken. Nach mehrjähriger Anlaufzeit soll sie nun im Laufe des Jahres kommen: die Ehrenamtskarte. Mit dieser Karte erhalten ausgewählte, im Ehrenamt tätige Menschen vergünstigten Eintritt bei öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern, Museen oder etwa dem Staatstheater. "Angestrebt sind Rabattmargen von bis zu 50 Prozent", erläutert Regierungssprecher Thorsten Klein

Saarbrücken. Nach mehrjähriger Anlaufzeit soll sie nun im Laufe des Jahres kommen: die Ehrenamtskarte. Mit dieser Karte erhalten ausgewählte, im Ehrenamt tätige Menschen vergünstigten Eintritt bei öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern, Museen oder etwa dem Staatstheater. "Angestrebt sind Rabattmargen von bis zu 50 Prozent", erläutert Regierungssprecher Thorsten Klein. "Allerdings wird derzeit überlegt, landesweit pro Jahr nur eine begrenzte Zahl von Karten auszugeben, um eine gewisse Exklusivität zu wahren." Damit will die Regierung offensiv für das Ehrenamt werben. An wen die Karten vergeben werden, entscheidet die jeweilige Kommune, in der die oder der Freiwillige arbeitet. Ein Kriterienkatalog bestimmt, wer sich für die Karte bewerben darf. Bedingung sind unter anderem, keine Aufwandsentschädigung zu erhalten oder sich mindestens 250 Stunden im Jahr für das Gemeinwohl einzusetzen.Bereits im Jahr 2009 stand die Einführung der Karte bevor, ehe sie im Zuge des Regierungswechsels und "angesichts der angespannten Haushaltslage", wie es damals hieß, in den Hintergrund rückte. Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Pro Ehrenamt, die auf die Einführung hingewirkt hat, begrüßte das Vorhaben. "Die Karte ist eine Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter", sagte Pro-Ehrenamt-Präsident Hans Joachim Müller.

Doch nach wie vor sind einige Fragen offen. So ist bisher nicht geklärt, ob Karteninhabern auch Rabatte in anderen Kommunen gewährt wird als in der, in der sie ihr Ehrenamt ausüben. "Wie dies die Landkreise untereinander regeln, ist noch mit den kommunalen Spitzenverbänden zu klären", heißt es. Auch die Kostenfrage ist steht noch im Raum. Für die technische Umsetzung und Anschaffung stellt die Regierung 100 000 Euro bereit. Hans Joachim Müller geht von einem "Nullsummenspiel" aus, was die Mehreinnahmen und Kosten durch die Rabatte betrifft. Schließlich brächten Kartenbesitzer auch Partner oder Freunde mit, die den vollen Eintrittspreis zahlten.

Dies ist laut Regierungssprecher Klein zu diesem Zeitpunkt nicht einzuschätzen. In Hessen, wo die Karte schon seit einigen Jahren genutzt werde, habe eine Nutzerbefragung ergeben, dass die Karte im Durchschnitt nur einmal pro Monat eingesetzt wird. Ob tatsächlich Mehreinnahmen erzielt werden, ist daher nach Einschätzung von Regierungssprecher Klein zu bezweifeln. In Frankfurt am Main empfänden viele Karteninhaber die Form der Danksagung mit dieser Karte sogar als wichtiger als den finanziellen Vorteil. "Personen, die die Karte nicht nutzen, fühlen sich in ihrem Engagement wertgeschätzt und anerkannt", unterstreicht Klein.

Die Planungen jedenfalls laufen; die Regierung bemüht sich derweil um Unterstützung aus der Wirtschaft. "Ich denke, in ein paar Wochen werden weitere Gespräche wegen der Einführung stattfinden", sagt Hans Joachim Müller. Den Freiwilligen wäre es zu wünschen. dkl

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