Edle Hüllen für edle Instrumente

Edle Hüllen für edle Instrumente

Reisbach. Alles begann vor gut 20 Jahren, als Sohn Holger mit dem Klarinettenspielen anfing und ein Mäppchen für die Blättchen brauchte. "Da haben wir eins für teures Geld gekauft", erzählt Monika Zapp. Als sie das sah, dachte sie, das können wir auch. Aber es blieb nicht bei dem Mäppchen

Reisbach. Alles begann vor gut 20 Jahren, als Sohn Holger mit dem Klarinettenspielen anfing und ein Mäppchen für die Blättchen brauchte. "Da haben wir eins für teures Geld gekauft", erzählt Monika Zapp. Als sie das sah, dachte sie, das können wir auch. Aber es blieb nicht bei dem Mäppchen. Sie und ihr Mann haben sich in ihrem Wohnhaus in Reisbach eine Werkstatt eingerichtet, in der sie Etuis für Blättchen und Koffer für Klarinetten bauen. Manfred Zapp war sein erster Kunde. Der 60-Jährige war 37 Jahre Klarinettist im Polizeimusikkorps, seit Februar ist er in Pension. Als immer mehr Musiker Koffer von Familie Zapp haben wollten, haben die beiden eine Firma gegründet. Mamoza - steht für ihre Initialen: Manfred und Monika Zapp. Mittlerweile haben die Zapps Kontakt zu 80 Prozent der besten Klarinettenbauer in Deutschland. Diese schicken ihnen Kunden, die einen Koffer ganz nach Maß und in Handarbeit haben wollen. Von der kleinen G-Klarinette bis zur großen Bassklarinette bauen die beiden das entsprechende Gehäuse. "Wir erfüllen auch Sonderwünsche." Eine Musikerin wollte zum Beispiel noch ein passendes Schminktäschchen. "Wir machen fast alles möglich." "Manchmal schicken uns die Musiker auch ihr Instrument. Dann mache ich mir davon eine Schablone, damit ich das teure Stück möglichst schnell wieder zurückschicken kann", betont Manfred Zapp. Der gelernte Schlosser baut den Holzkoffer mit den entsprechenden Einlegeböden aus Pappelsperrholz. Die Außenseite des Koffers wird dann mit schwarzem Leder, das aus Italien kommt, überzogen. Das ist Rindleder. Die Griffe oder Umhängeriemen werden aus Ziegenleder hergestellt. "Das ist weicher." Diesen Part übernimmt Monika Zapp. Sie hat früher in einer Feintäschnerei gearbeitet. An einer speziellen Nähmaschine näht sie auch die Schutzbezüge aus Cordura, einem Wasser abweisenden Stoff. Viele Kunden wollen mittlerweile auch so genannte Gig Bags. Das sind Rucksäcke aus Cordura, in denen das Instrument ganz in Schaumstoff eingepackt ist. "Vor allem junge Leute wollen diese Gig Bags." Der klassische Koffer dagegen wird im Inneren mit Seidenplüsch ausgelegt, den sie in blau oder bordeauxrot anbieten. Der Kofferdeckel wird zuvor mit Schaumstoff ausgelegt, damit es keine Druckstellen gibt. Die Instrumentenkoffer müssen in mehreren Arbeitsabschnitten hergestellt werden. Zwischen 20 und 25 Stunden arbeiten die Zapps an einem Koffer, bis er edel aussieht.

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