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Dubiose Firma lockt mit Bargeld-Gewinnen

Dubiose Firma lockt mit Bargeld-Gewinnen

Mandelbachtal. In den vergangenen Tagen haben viele SZ-Leser, darunter auch Günter Hiber aus Mandelbachtal, Post von einem Telefongewinnspiel-Anbieter erhalten. Sie seien bei der deutschlandweiten, kostenlosen Aktion, an der jeder teilgenommen habe, der über einen Telefonanschluss verfügt, ausgewählt worden

Mandelbachtal. In den vergangenen Tagen haben viele SZ-Leser, darunter auch Günter Hiber aus Mandelbachtal, Post von einem Telefongewinnspiel-Anbieter erhalten. Sie seien bei der deutschlandweiten, kostenlosen Aktion, an der jeder teilgenommen habe, der über einen Telefonanschluss verfügt, ausgewählt worden. Um einen seriösen Eindruck zu erwecken, erklärt der Absender, dass der Gewinner "unter Aufsicht der Direktion, des Juroren und des Finanzbuchhalters" gezogen worden sei und ein Prüfungs-Komitee dies beglaubigt habe.Die Formulierung "Ihnen wurde ein Gewinn im Wert von 400 Euro zugeteilt", lässt fälschlicher Weise vermuten, das es sich dabei um Bargeld handele. Die Ausgabe des Preises, der dem Empfänger "garantiert in voller Höhe ausgehändigt" wird, soll in einer nahe gelegenen Zweigstelle erfolgen. Um Anreise-Problemen vorzubeugen, würden dorthin Busse eingesetzt. Neben einem kostenlosen Frühstück und einem Freigetränk versucht der Anbieter, die Verbraucher mit weiteren Versprechen anzulocken.

"Zusätzlich haben Sie bei unserer Endauslosung unter allen Gewinnern einen Preis in Höhe von 1 000 Euro erzielt, der staatlich garantiert wird", heißt es in dem Brief. Im Kleingedruckten ist jedoch "Nominell. Änderungen vorbehalten" zu lesen. Beim zweiten, sorgfältigen Lesen der Nachricht sei Günter Hiber stutzig geworden. Um andere Empfänger davon abzuhalten, dass sie der Firma auf den Leim gehen, wendete sich der SZ-Leser-Reporter an unsere Zeitung.

Das Schreiben deute stark auf eine Kaffeefahrt hin, steht für Gertrud Truar von der Verbraucherzentrale Saarland fest. Mit ihren Gewinn-Versprechungen wolle die Firma nur ihren Bus voll bekommen. Bei den Gewinnen würde es sich im Regelfall nicht um Bargeld, sondern oft um Reisen handeln, die für die Verbraucher häufig nicht ganz gratis seien, weiß die Beraterin. Die Firmen würden den Teilnehmern immer wieder weitere Kosten wie Bearbeitungsgebühren oder Ausflüge in Rechnung stellen. Truar rät deshalb: "Am besten ist es, gar nicht auf das Schreiben der Firma zu reagieren." mv

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporter Günter Hiber aus Mandelbachtal. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder Mail an: leser-reporter@sol.de