"Du kannst nichts dagegen tun - das ist zum Verzweifeln"

"Du kannst nichts dagegen tun - das ist zum Verzweifeln"

Marpingen. "Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen." So lautet der Motto-Spruch unter dem Portrait von Yvonne Detzler auf der Homepage der DJK Marpingen. Geht man mit dieser Sichtweise an die Situation heran, ist der Regionalligist derzeit extrem herausgefordert: Für die Moskitos geht es um den Liga-Verbleib

Marpingen. "Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen." So lautet der Motto-Spruch unter dem Portrait von Yvonne Detzler auf der Homepage der DJK Marpingen. Geht man mit dieser Sichtweise an die Situation heran, ist der Regionalligist derzeit extrem herausgefordert: Für die Moskitos geht es um den Liga-Verbleib. Am Wochenende erhielten die Ambitionen der DJK-Damen jedoch einen weiteren Dämpfer: Mit 25:33 (16:16) verlor Marpingen das Saar-Derby gegen den Liga-Konkurrenten TuS Neunkirchen. Eine Niederlage, die schmerzt. Besonders dann, wenn man wie Yvonne Detzler nicht aktiv ins Geschehen eingreifen konnte - eine Kernspin-Untersuchung hat ihre Befürchtungen bestätigt: "Die vorderen Kreuzbänder sind angerissen." Wieder eine Pause. Wieder ein Rückschlag in der Karriere der 29-Jährigen, die bereits mehrere langwierige Knieverletzungen erlitten hat. Herausgefordert beim Spiel in Neunkirchen waren daher vor allem Detzlers Stimmbänder, denn gemeinsam mit der ebenfalls an den Kreuzbändern lädierten Britta Buchholz saß sie beim Derby auf der Bank und feuerte ihre Mannschaft nach Leibeskräften an: "Ich war nach dem Spiel völlig fertig und hatte keine Stimme mehr", bekennt sie. Das schlimmste für sie: "Du sitzt nur da. Du siehst was passiert, aber du kannst nicht eingreifen. Das ist zum Verzweifeln." Dabei hätten die Moskitos ihre Hilfe gegen den mit der ehemaligen deutschen und litauischen Nationalspielerin Ingrida Radzeviciute verstärkten TuS durchaus gebrauchen können. Vor allem ab der 39. Minute, wie Moskitos-Trainer Krzysztof Wroblewski berichtet: "Bis dahin hatten wir gut gespielt. Dann schwanden uns die Kräfte." Das war die Konsequenz des kräftezehrenden Spiels während des ersten Durchgangs. Den konnten die Moskitos, wie das Halbzeit-Ergebnis (16:16) belegt, noch ausgeglichen gestalten. Doch kassierten sie in den nächsten zehn Minuten nach jener 39. Spielminute drei Zeitstrafen in Folge, was Neunkirchen abgeklärt ausnutzte. "Danach hatten wir nicht mehr die Kraft, noch einmal zurück zu kommen", erzählt Wroblewski. Inzwischen hat der Trainer die Niederlage, nach der sich für Marpingen in der Tabelle nichts ändert, weitgehend verdaut. "Neunkirchen war der große Favorit. Aufgrund der individuell besseren Einzelspielerinnen hat der TuS gewonnen", lautet sein Fazit. Der Blick ist jetzt wieder nach vorne gerichtet. Und da tauchen am Horizont zwei Schicksalsspiele auf: Am Samstag, 20. Februar, empfangen die Moskitos den Tabellenzehnten TV Idstein. "Nach der 16:27-Niederlage vom Hinspiel ist da noch eine Rechnung offen", gibt Yvonne Detzler die Marschrichtung vor. Eine Woche später müssen die Moskitos zu Aufbau Altenburg. Gegen den Vorletzten der Liga hatten die Moskitos zu Hause nur 28:28 gespielt. "Wenn wir im Kampf um den Klassenverbleib noch eine Chance haben wollen, müssen wir beiden Spiele gewinnen", weiß Wroblewski. Ansonsten hat die DJK ein Problem. tog