Extrem starker Anstieg Leiter der Drogenhilfe deckt auf – darum werden immer mehr Saarländer drogensüchtig

Saarbrücken · Immer mehr Menschen suchen wegen ihrer Sucht Unterstützung bei der Drogenhilfe in Saarbrücken. Was die Gründe sind und warum manche Stoffe wie zum Beispiel Crystal Meth im Saarland kaum eine Rolle spielen, erklärt Drogenhilfe-Leiter Sven Schäfer.

 Der Jahresbericht der Drogenhilfe Saarbrücken zeigt, Kokain ist mittlerweile ein fester täglicher Bestandteil von vielen Menschen.

Der Jahresbericht der Drogenhilfe Saarbrücken zeigt, Kokain ist mittlerweile ein fester täglicher Bestandteil von vielen Menschen.

Foto: dpa/Christian Charisius

Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Männer und Frauen, die die Drogenhilfe in ihrer psychosozialen Beratungsstelle für den Regionalverband Saarbrücken erreicht, um rund 25 Prozent gestiegen – von 4760 im Jahr 2022 auf 5955 im Jahr 2023. Das hat die Drogenhilfe Saarbrücken in ihrem Jahresbericht bekannt gegeben. Noch stärker ist der Anstieg bei den Menschen, die eine Suchtberatung aufgesucht haben. Im Vorjahresvergleich ist die Zahl um 43 Prozent gestiegen – von 653 auf 935. Doch wer sich nach Unterstützung in seinem Kampf gegen die Sucht erkundigt, hat in den meisten Fällen bereits einen langen Weg hinter sich. Cannabis-Abhängige begeben sich im Schnitt erst elf Jahre nach dem ersten Konsum in eine Beratung. Bei Amphetamin-Süchtigen sogar erst nach mehr als 15 Jahren.