1. Saarland

Dritte saarländische Nachhaltigkeitskonferenz

Klima : Plöger lobt das Saarland für nachhaltige Politik

Bei der dritten saarländischen Nachhaltigkeitskonferenz sprachen der Fernseh-Meterologe Sven Plöger und der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) über den Klimawandel und nachhaltige Politik.

Sobald dieser Mann anfängt zu reden, dann will er eigentlich gar nicht mehr aufhören. Ein Satz folgt dem anderen, zwei, drei vier. Schnell werden Monologe daraus. Sven Plöger, profilierter Wetter- und Klimaexperte, hebt mit jedem seiner Aussagen verbal seinen Zeigefinger. Etwa, als er sagt, „dass 30 Grad im September einerseits sehr ungewöhnlich sind“. Andererseits jedoch auch „in den letzten drei Jahren“ zur Gewohnheit wurden. „Der Klimawandel wird auf einmal haptisch – wir merken es“, sagt Plöger.

Es ist die dritte Nachhaltigkeitskonferenz, die in diesem Jahr unter dem Titel „Sturm und dann? – nachhaltiger Klimaschutz im Saarland“ firmiert. Einen besseren Gast als den Fernseh-Wettermann Plöger hätte man sich dafür wohl nicht aussuchen können.  Er, der zurzeit mit seinem Buch „Zieht euch warm an, es wird heiß“ die Spiegel-Charts eroberte. Und deren „Tante Renate in Saarlouis wohnt“, wie er sagt. Verbundenheit mit dem Saarland gibt es also auch.

Neben Plöger sitzt Reinhold Jost (SPD), Minister für Umwelt- und Verbraucherschutz im Saarland, dem nachhaltiges Handeln ebenso „ein Herzensanliegen ist“, wie er sagt – und zugleich klarstellt, „dass wir die Menschen zwar unbedingt dafür begeistern müssen – sie aber nicht dazu zwingen können“. Eine Ansicht, der Plöger gerne zustimmen würde – und doch nicht so recht kann, wie er sagt.  Für ihn brauche es „Regeln und Gesetze“. Nur dann könne „ein Temperaturanstieg von vier Grad innerhalb der nächsten hundert Jahre vermieden werden“.

Während Plöger im Saarbrücker Schloss die deutschlandweite Perspektive einnimmt, richtet Jost seinen Blick auf das Saarland. Weshalb die beiden Protagonisten auf der Bühne jeweils andere Argumentations­stränge verfolgen. Auf der einen Seite Plöger, der Deutschland dafür kritisiert, „dass es den Klimaschutz weiterhin zu sehr vernachlässigt“. Auf der anderen Seite Jost, der das Saarland für seine große, in Deutschland einmalige Waldfläche lobt. So sei diese innerhalb der zurückliegenden 20 Jahre von 88 000 Wald Hektar auf 93 000 gestiegen. „Einzigartig in Deutschland“, wie er festhält. Und auch, wenn die Hitze den Wäldern im Saarland zu schaffen mache, „profitieren wir davon, dass 75 Prozent bei uns Laubwald ist“: bestehend aus Eiche, Birke, Ahorn also. „Das macht uns ein Stück weit stolz, weil es uns von anderen abhebt“, sagt Jost.

Und auch Plöger kommt, trotz seines klimakritischen Auftrags heute, nicht umhin, das Saarland für seine Nachhaltigkeit zu loben. „Wir waren heute unterwegs – und dann waren wir in diesem Biosphären-Reservat, wo eine große Solaranlage steht“. Eine, die 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeuge – und damit 1000 Tonnen Kohlendioxid einspare, wie er erfahren habe.

Ein Grund, den Jost dazu bringt, weitere Aktivitäten im Saarland hervorzuheben. Etwa „unsere Nachhaltigkeitsserie, die wir seit vielen Jahren umsetzen“. Ein Begriff, den das Saarland geprägt habe, als es noch gar nicht „in Mode“ gewesen sei und die „viele Sektoren beinhaltet“: Friedhofsgestaltung etwa: „Zu viel Tod tut auch dem Friedhof nicht gut. Besonders über der Erde“, erklärt Jost, der aber auch klarstellt, dass „wir uns in einigen Punkten noch verbessern müssen: Etwa im Bereich der Solaranlagen“, sagt er. Hier müsse das Saarland noch mehr investieren.

Und Plöger? Der hört Jost aufmerksam zu. Er scheint also nicht nur ein guter Redner, sondern auch ein guter Zuhörer zu sein.