Dreigestirn geht im Endspurt voran

Dreigestirn geht im Endspurt voran

Reisbach. Die fünfte Jahreszeit in Reisbach ohne närrische Führung? Kaum vorstellbar, aber die Rot-Weiße Karnevalisten mussten ganz schön um ihren Hofstaat bangen. Ein schmuckes Pärchen wollte sich lange nicht finden lassen, und im Nachhinein war das vielleicht gar nicht schlimm

Reisbach. Die fünfte Jahreszeit in Reisbach ohne närrische Führung? Kaum vorstellbar, aber die Rot-Weiße Karnevalisten mussten ganz schön um ihren Hofstaat bangen. Ein schmuckes Pärchen wollte sich lange nicht finden lassen, und im Nachhinein war das vielleicht gar nicht schlimm.Denn nun regiert in Reisbach erstmals ein Dreigestirn: der stolze Prinz Albert, die holde Jungfrau Michaela und der schmucke Bauer Stefan. Und diese Riege ist ganz und gar auf Fastnacht eingestellt. Was die Drei verbindet? Sie haben die drei Töchter des Restaurants Kupferkessel in Reisbach geehelicht.

Michael Sartorius, der sich als Jungfrau Michaela aus dem alten Geschlecht derer vom Kupferkessel und Herrin aller Bouser Strafraumtänzer präsentiert, ist im wahren Leben Sachbearbeiter in der Technik der Telekom.

Sartorius ist ein echter Faasendbooz, sein Vater hat den Fischerball in Bous mit ins Leben gerufen und war Mitbegründer der Hampitania. Schon immer hat er sich auf die Faasend gefreut. Als Sindbad der Seefahrer machte er seiner Frau Heidi einen Heiratsantrag. Auf die unverschämte Frage, wie alt denn die holde Jungfrau sei, kam die süffisante Antwort: "Eine Frau fragt man nicht nach dem Alter. Vielleicht 47, aber durch den Karneval sicher erst 27."

Verteidiger des Doms

Da ist Albert Lanzrath, als Prinz Albert und Verteidiger des Kölner Doms und Beschützer des Reisbacher Brauchtums, schon mutiger. Alter: 56 Jahre. Als kölsche Frohnatur ist sein Traum ohnehin immer gewesen, "äähn mol Prinz se sin". Und wenn er nicht sein Amt als Prinz ausübt, arbeitet er als Außendienstmitarbeiter bei Deutsche Rockwool.

Als Großritter des Lyonerrings und Träger des Schwenkers am Bande lässt sich Bauer Stefan feiern, alias Stefan Becker. Sein Titel verbirgt auch seinen Beruf. Er ist Metzgermeister mit eigenen Betrieben in Dillingen und Nalbach. Er feierte mitten in der Hochzeit der Faasend seinen 50. Geburtstag.

Freude in die Narrenschar zu bringen, das hat sich das erste Reisbacher Dreigestirn vorgenommen. Außerdem möchten sie auch die junge Generation für die Schönheit des Brauchtums begeistern. Und was das Alter betrifft: Für Fastnacht ist man nie zu alt.

Tüchtig feiern

Und dass die drei Tollitäten tüchtig feiern können, zeigen sie nicht nur bei den eigenen Veranstaltungen, sondern sie geben sich auch auf vielen Kappensitzungen und Empfängen die Ehre, wie beim Nohner Carneval-Verein Die Rutzenbuhnen, den Freunden der Hansenberger Erdbeernarren in St. Barbara, den Gold-Blauen-Funken Saarwellingen oder bei den Umzügen in Saarwellingen und Roden.