Drei Tage lang in Feierlaune

Drei Tage lang in Feierlaune

St. Wendel. Ron Finger taucht aus dem künstlichen Nebel auf. Der Sänger der Band Sir Moron and the Villains animiert das Publikum vor der Bühne zum Mitklatschen und singt voller Leidenschaft die selbst geschriebenen Lieder. Ein Song der Neunkircher Gruppe heißt "The same old story", die gleiche alte Geschichte

St. Wendel. Ron Finger taucht aus dem künstlichen Nebel auf. Der Sänger der Band Sir Moron and the Villains animiert das Publikum vor der Bühne zum Mitklatschen und singt voller Leidenschaft die selbst geschriebenen Lieder. Ein Song der Neunkircher Gruppe heißt "The same old story", die gleiche alte Geschichte. Dabei wollen die Musiker im Alter zwischen 18 und 20 Jahren ein neues Kapitel schreiben. Sie treten nämlich am Samstagabend beim zweiten WND- Band-Battle an. Ob's mit dem Sieg klappt, stellt sich erst später heraus, denn nach Sir Moron and the Villains tritt noch eine Musikgruppe auf. Der Band-Nachwuchswettbewerb auf der Mott gehörte zum umfangreichen Programm des St. Wendeler Stadtfests, das viele Besucher in den vergangenen drei Tagen feierten. Auf der Mott, wo am Samstagnachmittag Mädchen und Jungen beim großen Kinderfest ihren Spaß hatten, kommt man abends auf dem Weg zum Schlossplatz nur langsam voran. Der Platz ist voller Leute, die sich den Band-Wettbewerb anschauen oder in Gruppen bei einem Getränk zusammenstehen. Noch dichter gedrängt stehen die Besucher auf dem Schlossplatz. Manchmal bleibt einem keine andere Möglichkeit, als zu warten, um eine Lücke zu erwischen, damit man durch den Trubel findet. Vor der Bühne des Schlossplatzes steht eine Menschentraube und lässt sich von der Stimmung, die die Showband Changes XL aus dem Saarpfalz-Kreis verbreitet, mitreißen. Mit Vorfreude auf die Musikgruppe Dr. Mablues and the detail Horns, die für den Sonntag auf dem Schlossplatz angekündigt ist, geht es zur Bühne auf den Magdalenenhof. Dort präsentiert der Jazz-Förderkreis St. Wendel unter anderen "Nicole Jo. Needs 2B funky". Spätestens dort wird klar, dass es den Organisatoren wieder gelungen ist, ein Stadtfest auf die Beine zu stellen, auf dem für jeden Geschmack etwas dabei ist. Gleich doppelten Kulturgenuss haben die Besucher, die die Galerie im Hof besuchen, die am Samstagabend geöffnet ist. Denn während von draußen der Sound von Nicole Jo. hereinklingt, kann man sich die Ausstellung des St. Wendeler Künstlers Klaus Riefer anschauen, die gegenwärtig in der Galerie gezeigt wird. Verführerischer Essensduft steigt den Stadtfest-Besuchern am Dom in die Nase, wo sich Ess-Stände zu einer Schlemmermeile reihen. Wen der Appetit packt, der kann unter anderem wählen zwischen Calamares mit Knoblauchsoße, Pizza, Liesdorfer Gemüsepfanne oder Waffeln. "Gut", antwortet Heiko Cullmann auf die Frage, wie die Geschäfte am Bierstand hinter dem Dom laufen. Zusammen mit dem Freizeit-Club Saal nehme sein Verein zum ersten Mal am St. Wendeler Stadtfest teil, erzählt der Vorsitzende des Vereins "Roter Stern Bubach". Die Ostertaler haben unter anderem hochprozentige Spezialitäten im Angebot. Ein paar Schritte weiter singt der US-Gitarrist Mark Ritter, der nicht auf dem offiziellen Programm steht, sondern von der Magdalenen-Kapelle über den St. Wendeler Musiker Gulli International gebucht worden ist. Vorbei an der Fruchtmarkt-Bühne, wo Schaafa Sämpf gerade "Hey, Knut" auf die Melodie des Beatles-Songs "Hey Jude" zum Besten geben, geht es zurück zur Mott. Sir Moron and the Villains haben es mit ihrem "Brit-Pop vom Kontinent" tatsächlich geschafft und den zweiten WND-Band-Battle gewonnen. "Das ist der Wahnsinn", sagt Sänger Ron Finger "voller Adrenalin", nachdem die Sieger-Band noch einmal aufgetreten ist. Als Gewinner dürfen die Neunkircher Nachwuchsmusiker eine CD in einem Profistudio aufnehmen. Aber erst einmal machen die Jungs das, was die Besucher des Stadtfests auch getan haben: "Wir gehen jetzt feiern."