Drei neue Raketenwerfer für Idar-Oberstein

Drei neue Raketenwerfer für Idar-Oberstein

Idar-Oberstein. "Das Artillerieraketensystem Mars II hat eine Fähigkeit, die es in der deutschen Artillerie bisher nicht gegeben hat. Es ist in der Lage in einer Entfernung zwischen 15 und 80 Kilometer Ziele präzise zu bekämpfen

Idar-Oberstein. "Das Artillerieraketensystem Mars II hat eine Fähigkeit, die es in der deutschen Artillerie bisher nicht gegeben hat. Es ist in der Lage in einer Entfernung zwischen 15 und 80 Kilometer Ziele präzise zu bekämpfen." Das sagte der Vizepräsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung, Reinhard Schütte, gestern in der Artillerieschule in Idar-Oberstein bei der Übergabe der ersten Fahrzeuge.In einer Vorserie hat das wehrtechnische Unternehmen Krauss-Maffei-Wegmann vier Raketenwerfer Mars II hergestellt. Drei stehen ab sofort in Idar-Oberstein für die Ausbildung der Soldaten bereit. 16 weitere Raketenwerfer werden nach Angaben von Schütte noch angeschafft. Jedes dieser Fahrzeuge trägt zwölf Raketen. Diese neuartigen gelenkten Raketen werden in Amerika hergestellt. Die Bundeswehr hat 402 dieser Lenkwaffen angeschafft.

Brigadegeneral Heribert Hupka, Kommandeur der Artillerieschule in Idar-Oberstein und General der Artillerietruppe, ging auf Vorteile des neuen Raketenwerfers ein. Dieser habe eine hohe Treffgenauigkeit bei einer großen Reichweite, was für die Vermeidung ziviler Opfer wichtig sei. Der Ausbildungsbetrieb an dem neuen Waffensystem werde in Idar-Oberstein sofort aufgenommen.

Jürgen Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung von Krauss-Maffei-Wegmann sagte, Mars II sei für die Aufgaben der Artillerie bestens geeignet und sei eine kontinuierliche Weiterentwicklung eines Waffensystems mit Blick auf neue Aufgaben, wie in Afghanistan.

Das Vorgängermodell, der Raketenwerfer Mars I, stammt noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Er sollte dazu dienen, eine größere Anzahl von Raketen schnell zu verschießen, um eine größere Fläche abzudecken. Ganz anders die Aufgabe von Mars II. Hier geht es darum, dass jede Rakete ein Einzelziel über eine größere Entfernung exakt trifft.

Der Raketenwerfer Mars II wird von drei Soldaten bedient. Die Umrüstung eines Fahrzeuges von Mars I zu Mars II kostet nach Unternehmensangaben etwa eine Million Euro. Sechs der neuen Raketen, die aus den USA importiert werden, schlagen je nach Wechselkurs mit 560 000 bis 700 000 Euro zu Buche.

Die Artillerieschule Idar-Oberstein ist die zentrale Ausbildungsstätte der Artillerietruppe des Heeres. Sie bildet Offiziere und Unteroffiziere aus. Der Kommandeur der Artillerieschule und General der Artillerietruppe ist verantwortlich für die Weiterentwicklung der Truppengattung und die Ausbildung des Führungsnachwuchses. 800 Soldaten zählen zum Stammpersonal, etwa zehn Prozent wohnen im Saarland.