Doppelt so viele Wildschweine geschossen

Doppelt so viele Wildschweine geschossen

Im Landkreis St. Wendel hat sich das Schwarzwild stark vermehrt, weshalb sich die Abschusszahlen im vergangenen Jagdjahr fast verdoppelt haben. Eine schlechte Nachricht traf die Jäger der Kreisgruppe St. Wendel, die in Freisen zusammenkamen: Die Schweinepest ist im Anmarsch.

Freisen. "Die Schweinepest steht vor der Tür." Diese unerfreuliche Mitteilung hat Landesjägermeister Andreas Schober am vergangenen Samstag in der Freisener Bruchwaldhalle gemacht, in der sich 150 Jäger der St. Wendeler Kreisgruppe zur Mitgliederversammlung getroffen hatten. Schober forderte die Jäger auf, die Frischlinge scharf zu bejagen. Der St. Wendeler Kreisjägermeister Michael Blug berichtete von einer starken Vermehrung des Schwarzwildes. Weshalb die Jäger im vergangenen Jahr 1044 Wildschweine erlegen mussten, das sind fast doppelt so viele wie 2007.Die oberste Jagdbehörde habe der Bitte der St. Wendeler Kreisgruppe, das Treibjagdverbot an die Schonzeiten anzupassen, leider nicht entsprochen, sagte Blug. "Gerade in der zweiten Januarhälfte liegt in unserer Region oft eine geschlossene Schneedecke, die eine effektive Jagd ermöglicht hätte", bedauerte Blug. So gebe es im Saarland und in Rheinland-Pfalz unterschiedliche Schusszeiten. Das Saarland hat die Schonzeit erneut für mehrere Jahre ab dem 16. Januar festgesetzt, Rheinland-Pfalz dagegen die Schusszeit bis 31. Januar verlängert. Landesjägermeister Andreas Schober forderte deshalb die Jäger auf, das Schwarzwild verstärkt zu erlegen und Frischlinge "scharf" zu bejagen. Bezüglich der zu erwartenden Schweinepest gab der zuständige Veterinär Sebastian Buchmann Hinweise, wie damit umgegangen werden müsse. Als erfreulich bezeichnete er die Tatsache, dass die Tollwut in Deutschland inzwischen total ausgerottet sei."Naturschutz und Naturnutz sind keine Gegensätze", versicherte der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) in seiner Ansprache: "Die Jäger betreiben einen aktiven Naturschutz, gestalten die Lebensräume der Tiere und leisten unverzichtbare Dienste in der Hege, in der Pflege und in der Seuchenbekämpfung." Die Jagdsteuer sei im Kreis St. Wendel auch deshalb abgeschafft worden, damit sich die Jäger weiter so aktiv wie bisher für den Naturschutz einsetzen können. Zum Thema Premiumwanderwege, die von den Jägern kritisiert werden, weil sie hier und da die Tiere stören könnten, sagte Verwaltungschef Recktenwald: "Premiumwanderwege sind in bestimmtem Maße für den Tourismus sinnvoll und wichtig. Man muss sie aber mit Augenmaß angehen und auf den Dialog mit den Jägern setzen. Wir haben im Moment fünf solcher Wege im Landkreis - wir brauchen aber keine zehn." Der Freisener Bürgermeister Wolfgang Alles betonte: "In Freisen haben wir ein sehr gutes Verhältnis zu den Jägern, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind." Mit der Tagung war auch eine Trophäenschau verbunden. > weiterer Bericht folgt

Eine Wildschwein-Trophäe.

AuF einen BlickZahlen über das im vergangenen Jagdjahr erlegte Wild wurden den 150 in der Freisener Bruchwaldhalle versammelten Jägern am Samstag vorgelegt. 1366 Stück Rehwild sind getötet worden. Davon verendeten 246 Tiere, ein großer Teil im Straßenverkehr. 1252 Füchse wurden zur Strecke gebracht, 182 Stück Damwild, 88 Rotwild und 28 Stück Muffelwild. Mit 1044 hat sich das erlegte Schwarzwild gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. gtr