1. Saarland

Doppelpass mit einem Weltmeister

Doppelpass mit einem Weltmeister

Diefflen. Ein Dribbling durch vier Hütchen, ein Doppelpass mit Ex-Weltmeister Thomas Häßler - und dann wird der Ball auf die Kiste gehauen. Bei der Fußballschule des Saarlandligisten FV Diefflen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit einem der besten deutschen Fußballer der späten 80er und der 90er Jahre zu trainieren

Diefflen. Ein Dribbling durch vier Hütchen, ein Doppelpass mit Ex-Weltmeister Thomas Häßler - und dann wird der Ball auf die Kiste gehauen. Bei der Fußballschule des Saarlandligisten FV Diefflen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit einem der besten deutschen Fußballer der späten 80er und der 90er Jahre zu trainieren. Der heute 46-jährige Häßler bestritt genau 101 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft, wurde 1990 mit dem DFB-Team Weltmeister und 1996 Europameister. Zudem war er 1992 Deutschlands Fußballer des Jahres.Wie der gebürtige Berliner jetzt ausgerechnet nach Diefflen kam? Der Kontakt zwischen Häßler und Diefflen kam über Giorgi Elizbarashvili zustande. Der Bruder von Ex-FVD-Spieler Andro Elizbarashvili arbeitet mit Häßler bei der Agentur Sport Humanagement zusammen.

400 Bundesliga-Einsätze

90 Minuten lang trainierte Häßler mit den 62 Nachwuchskickern. "Es hat mir Spaß gemacht, mal wieder auf dem Fußballplatz zu stehen und zu sehen, mit welchem Willen die jungen Spieler dabei waren", erklärte Häßler nach dem Trainingsende, bevor es noch zu einer Autogrammstunde ging.

Häßler spielte in seiner Karriere unter anderem beim 1. FC Köln, bei Juventus Turin, beim AS Rom, bei Borussia Dortmund und bei 1860 München. Auf insgesamt 400 Bundesliga-Einsätze hat es Häßler gebracht, dabei gelangen ihm 68 Treffer. In der italienischen Seria A spielte er 120 Mal (zwölf Tore). Doch nach seinem Karriere-Ende im Jahr 2004 ist es ruhig um den technisch versierten Mittelfeldspieler geworden. Mehmet Scholl, Oliver Kahn, Olaf Thon, Thomas Helmer, Stefan Effenberg, Thomas Strunz - sie alle sind, zumeist als TV-Experten, immer noch stets präsent. Stefan Kuntz ist Vorstandsvorsitzender beim 1. FC Kaiserslautern, Matthias Sammer Sportvorstand beim FC Bayern München. Ganz anders Häßler. Von Oktober 2006 bis Sommer 2011 war er mit einer kurzen Unterbrechung mal Technik-Trainer beim 1. FC Köln. Dazwischen auch für wenige Monate Assistenztrainer von Berti Vogts bei der nigerianischen Nationalmannschaft. Doch ansonsten nichts.

Seit Sommer 2011 hat sich der Ex-Nationalspieler eine komplette Auszeit vom Fußball genommen. "Ich habe anderthalb Jahre Pause gemacht und mich in dieser Zeit mehr um meine Familie gekümmert. Jetzt bin ich aber wieder heiß auf Fußball", sagt Häßler.

"Icke" will wieder ins Geschäft einsteigen "Am liebsten als Cheftrainer", verrät der Ex-Weltmeister.

Dabei könnte sich Häßler auch durchaus ein Engagement unterhalb der ersten Liga vorstellen. "Direkt nach meinem Karriereende habe ich gedacht. Jetzt hast du hier gespielt und dann bekommst du auch direkt ein Angebot aus der Bundesliga. Aber das ist einfach nicht so", erzählt Häßler. "Ich habe ein wenig gebraucht, um das zu verstehen, aber jetzt könnte ich mir auch einen Job in der dritten oder der vierten Liga oder gerne auch bei einer Jugendmannschaft vorstellen", so Häßler.

"TV-Karriere wäre nichts"

Eine Karriere im TV, wie sie beispielsweise seine ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Thomas Helmer oder Oliver Kahn eingeschlagen haben, kommt für "Icke" dagegen nicht in Frage. "Ich könnte zwar, aber da sehe ich mich nicht. Mich nach jedem Länderspiel da hinzustellen, das wäre nix für mich", gibt "Icke" zu. "Ich habe anderthalb Jahre Pause gemacht. Jetzt bin ich aber wieder heiß auf Fußball."

Thomas Häßler