Weniger Kliniken: Dillinger Krankenhaus soll bis 2019 schließen

Weniger Kliniken : Dillinger Krankenhaus soll bis 2019 schließen

Die Marienhaus-Gruppe wird eine weitere Klinik im Saarland schließen. Das Gesundheitsministerium ist nicht überrascht, die SPD hingegen schon.

Nach dem angekündigten Aus für das Krankenhaus in Wadern zum Jahresende wird im Saarland eine weitere Klinik schließen. Die Marienhaus-Unternehmensgruppe will bis Anfang 2019 auch ihren Standort Dillingen dichtmachen. Der größte Teil der 113 Betten soll ins Marienhaus-Klinikum Saarlouis verlagert werden. Mit diesem Haus hatte das Klinikum in Dillingen vor fünf Jahren fusioniert. Für die in Saarlouis notwendigen Umbauten sowie zur Abfederung sozialer Härten haben Land, Träger und Kassen beim Bundesversicherungsamt in Berlin rund sechs Millionen Euro an Förderung beantragt, wie Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) sagte.

Die Bausubstanz des Bettenhauses sei zu schlecht, daher müsse es abgerissen werden, teilte Marienhaus-Chef Heinz-Jürgen Scheid mit. Der Schritt komme alles andere als überraschend. Seit 2014 habe sich eine Projektgruppe unter Beteiligung der Lokalpolitik mit der künftigen Nutzung der Klinik beschäftigt. Der Dillinger Bürgermeister Franz-Josef Berg (CDU) sprach von einem „großen Verlust für die Stadt“. Es zeichneten sich aber auch positive Entwicklungen für den Standort ab. Unter anderem liefen Gespräche über die Ansiedlung eines Zentrums für betriebliches Gesundheitsmanagement.

Kolling sagte, die Aufgabe des Standortes sei schon vor Jahren diskutiert worden und insofern nichts Neues. Das Land werde mit dem Krankenhausplan für die Jahre 2018 bis 2025 Versorgungssicherheit in Stadt und Land gewährleisten. Die Dillinger SPD-Landtagsabgeordnete Petra Berg sagte hingegen, die Schließung sei ein „Alleingang“ und komme „überaus überraschend und entgegen vorheriger Absprachen“. Der Träger Marienhaus müsse diese Entscheidung noch einmal überdenken. Die Opposition warf dem Gesundheitsministerium und dem Träger Marienhaus eine schlechte Informationspolitik vor.

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