1. Saarland

Diesmal lachte den Sternsingern die Sonne

Diesmal lachte den Sternsingern die Sonne

Fischbach. "Ihr seid die Sterne. Ihr bringt den Segen Gottes für ein neues Jahr zu den Menschen." Mit diesen Worten schickte Pastor Gerhard Seel am Samstagmorgen knapp 70 Mädchen und Jungs als Sternsinger zu den Bürgern in Fischbach. "Schreibt auch bitte dort den Segensspruch an die Türen, wo euch niemand öffnet", bat der Seelsorger die Mädchen und Buben

Fischbach. "Ihr seid die Sterne. Ihr bringt den Segen Gottes für ein neues Jahr zu den Menschen." Mit diesen Worten schickte Pastor Gerhard Seel am Samstagmorgen knapp 70 Mädchen und Jungs als Sternsinger zu den Bürgern in Fischbach. "Schreibt auch bitte dort den Segensspruch an die Türen, wo euch niemand öffnet", bat der Seelsorger die Mädchen und Buben. Als diese sich gegen 9.30 Uhr in 17 Gruppen auf den Weg machten, war blauer Himmel über Fischbach. Die Sonne schien, und es waren angenehme neun Grad. "Ein solch schönes Wetter hatten wir, soweit ich mich zurückerinnern kann, noch nie", meinte Gerhard Seel.

Renate Simoni war mit Lara und Diana (beide sieben), dem zehnjährigen Nils und der elf Jahre alten Kiana in der Hölzerbachstraße unterwegs. Lara und Diana hatten Premiere bei den Sternsingern. "Wir sind zum ersten Mal dabei, freuen uns und sind auch ein bisschen stolz", erzählten die beiden Mädels schüchtern. "Für die armen Kinder zu sammeln, macht einfach Spaß", so die elfjährige Kiana. "Ich bin zum dritten Mal dabei." Und alle vier erzählten, dass sie sich schon auf das Mittagessen bei Renate Simoni freuen. Am Pfarrhaus sagten Lukas (15) und die beiden zwölfjährigen Tim und Philipp ihren Spruch auf. Ihr Betreuer Klaus Schmitt schrieb den Segen an die Tür - C+M+B 2011. Das bedeutet: "Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus".

Für Lukas war es bereits sein zwölfter Auftritt bei Sternsingeraktionen in Fischbach. "Es macht jedes Jahr wieder Spaß. Vor allem aber finde ich es wichtig, dass wir für die Kinder in ärmeren Ländern sammeln", meinte er. Tim ergänzte: "Und die Leute freuen sich, dass wir ihnen den Segen Gottes bringen."

Und während Klaus Schmitt mit den drei Jungs die Häuser rund um die Kirche und in der Rußhütter Straße bis zum alten Forsthaus ansteuerte, kümmerte sich seine Frau zu Hause um das Mittagessen für die Gruppen. Bei Schmitts gab es Spaghetti mit Hackfleischsoße, wie übrigens auch bei Renate Simoni. Pastor Gerhard Seel machte sich nach dem Aussendungs-Gottesdienst auf in seine Küche. Bis vor einigen Jahren hatte auch er eine Gruppe betreut. Mittlerweile kocht er. "Die Sternsinger, die zu mir kommen, haben sich Geheirade mit Apfelmus und Salat gewünscht", erzählte er lachend und verriet: "Zum Nachtisch gibt es Schokoladenpudding."

Seit vielen Jahren wird die Sternsingeraktion vom Missionskreis der Pfarrgemeinde organisiert. Hauptverantwortlich ist Sabine Berg. Bereits im November wurden die Details festgelegt. Ende Dezember gab es ein Vorbereitungsseminar.

Dabei erhielten die Mädchen und Jungs Informationen über das Land Kambodscha. Hauptsächlich gesammelt wird für Kinder mit Behinderungen in diesem Land.

Die Frauen des Missionskreises kümmern sich auch um die farbenprächtigen Kostüme. Sie werden jetzt nach und nach erneuert. Die kleinen Schatztruhen aus Holz, in denen die Fischbacher Sternsinger diesmal das Geld sammelten, haben nach Auskunft des Pastors zwei Hobbybastler aus dem Ort hergestellt. Übrigens: Im vergangenen Jahr sammelten die Heiligen Drei Könige knapp 6500 Euro.

Hintergrund

 Leser-Reporter Ulrich Höfer hat in Dudweiler diese Sternsinger angetroffen: Gina-Maria Such, Sarah Rosemarie Schneider, Catherine Trampert und Caroline Eichhorn (von links). Foto: Höfer
Leser-Reporter Ulrich Höfer hat in Dudweiler diese Sternsinger angetroffen: Gina-Maria Such, Sarah Rosemarie Schneider, Catherine Trampert und Caroline Eichhorn (von links). Foto: Höfer

Vor 53 Jahren zogen zum ersten Mal einige wenige als Heilige Drei Könige verkleidete Kinder von Haustür zu Haustür, sangen, segneten die Häuser und sammelten Spenden für notleidende Kinder in anderen Ländern. Heute machen jedes Jahr rund 500 000 Kinder und Jugendliche und 80 000 Begleiter mit. Mehr als eine halbe Milliarde Euro haben die Sternsinger schon gesammelt. 2010 waren es 40,6 Millionen Euro - das war das zweithöchste Ergebnis in der Geschichte der Hilfsaktion, die vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) getragen wird. "Kinder zeigen Stärke", so lautet das Motto in diesem Jahr. ll