Benzin und Diesel werden wieder billiger Dieselpreis sinkt in Deutschland wieder unter die zwei Euro – lohnt sich die Fahrt nach Luxemburg?

Die Spritpreise sinken langsam wieder. Der durchschnittliche Preis für Diesel ist in Deutschland jetzt wieder unter die Zwei-Euro-Marke gesunken. Der ADAC erwartet weitere Normalisierung. Auch die Preise im Saarland sinken weiter.

Dieselpreis sinkt in Deutschland wieder unter die zwei Euro – lohnt sich die Fahrt nach Luxemburg?
Foto: dpa/Frank Augstein

Nach dem Benzinpreis ist jetzt auch der Dieselpreis in Deutschland wieder unter 2,00 Euro gesunken. Wie der ADAC am Montag mitteilte, verlangten die Tankstellen am Sonntag im Schnitt 1,995 Euro für einen Liter Diesel. Das war ein Cent weniger als am Freitag. Super E10 kostete am Sonntag nahezu unverändert 1,961 Euro. ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Jürgen Albrecht erwartet eine weitere schrittweise Normalisierung nach den Extremwerten Mitte März, wenn sich die Lieferströme stabilisieren. Zudem sei der Ölpreis unter 100 Dollar (rund 92 Euro) je Barrel gefallen.

Anteil von importiertem Öl aus Russland sinkt

Die Kraftstoffpreise dürften langsam in Richtung der Werte von Anfang März sinken: „Das muss und wird weitergehen, auch wenn es mal kurze Gegenbewegungen gibt“, sagte Albrecht. Der Ölpreis war nach dem russischen Überfall auf die Ukraine von 95 kurzfristig auf bis zu 139 US-Dollar je Fass gestiegen, in der vergangenen Woche stand er bei 106, nun bei 98 Dollar. Die Unsicherheit sei nicht mehr ganz so groß, sagte Albrecht. Der Anteil des aus Russland importierten Öls und Kraftstoffs sinke tendenziell, „man sucht nach anderen Lieferanten“. Bald dürfte auch Diesel an den Zapfsäulen wieder günstiger sein als Benzin.

Von Anfang bis Mitte März hatte sich Super E10 von 1,83 Euro auf 2,20 Euro verteuert, der Dieselpreis war sogar von 1,76 Euro auf 2,32 Euro hochgeschnellt. Trotz extrem hoher Heizölpreise hatten im März viele private Haushalte ihre Tanks aus Angst vor Engpässen aufgefüllt – Diesel war plötzlich 12 Cent teurer als Super E 10. Inzwischen ist der Unterschied auf 3 Cent geschrumpft, und „der Annäherungsprozess geht weiter, das sehen wir fast jeden Tag“, sagte Albrecht. Auf Diesel erhebt der Staat gegenwärtig 87 Cent Steuern und Abgaben je Liter, auf Super E10 jedoch 1,04 Euro. Daher dürfte der Dieselpreis an der Tankstelle demnächst wieder unter dem Benzinpreis liegen.

Das sind die aktuellen Spritpreise im Saarland

Im Saarland hat der durchschnittliche Diesel-Preis in den letzten Tagen laut dem Portal mehr-tanken.de wieder schon unter der Zwei-Euro-Marke gelegen. Aktuell (Stand 11.04.2022) überstieg der durchschnittliche Diesel-Preis im Saarland am frühen Morgen noch die Zwei-Euro-Marke, sank dann aber im Laufe des Tages ab. Um 15 Uhr lag der durchschnittliche Liter-Preis sogar bei 1,93 Euro. An den aktuell billigsten Tankstellen findet sich der Liter-Diesel für 1,87 Euro. Um die gleiche Zeit kostet der Liter Super E10 im Saarland im Schnitt noch 1,90 Euro und der Liter Super E5 noch 1,96 Euro.

So teuer sind Diesel und Benzin in Luxemburg aktuell

Die für viele Saarländer so normale Fahrt zum Tanken hinter die Grenze nach Luxemburg lohnt sich derweil trotz gesunkener Preise im Saarland und Deutschland weiterhin. Für einen Liter Diesel zahlt man im Großherzogtum aktuell 1,68 Euro. Ein Liter Super 95 kostet 1,70 Euro und ein Liter Super 98 1,79 Euro (Stand: 11.04.2022). Die Preise sind auch in Luxemburg damit in den letzten Wochen wieder stetig gesunken. Im Vergleich zum Saarland tankt man hier immer noch rund 20 Cent billiger.

Spritpreise europaweit nur in zwei Ländern teurer

Wer im Osterurlaub ins Ausland fährt, kann in der Regel deutlich günstiger tanken: Wegen der hohen Steuern hat Deutschland mit die höchsten Spritpreise in Europa. EU-weit wird der hiesige Dieselpreis nur von Finnland und Schweden übertroffen, wie am Montag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Zahlen zeigen.

Demnach war der Liter Diesel am 4. April in Polen 45 Cent billiger als in Deutschland, in Luxemburg 30 Cent, in Österreich 22 Cent, in Frankreich 17 Cent, in Dänemark und Tschechien 13 Cent, in Belgien 4 Cent und in den Niederlanden 2 Cent. Den billigsten Diesel in der EU gibt es laut Bundesamt auf Malta mit 1,21 Euro pro Liter und in Ungarn mit 1,42 Euro.

Auch bei Superbenzin E5 gehört Deutschland zu den teuersten Staaten mit 2,06 Euro am 4. April. Teurer waren hier nur Finnland, Dänemark und die Niederlande. Griechenland und die Schweiz lagen auf gleichem Niveau. Günstigstes Nachbarland ist auch bei E5 Polen mit 1,42 Euro pro Liter. Hier beträgt die Preisdifferenz 64 Cent. Dahinter folgen Österreich mit 1,72, Luxemburg mit 1,73, Tschechien mit 1,81 und Frankreich mit 1,83 Euro pro Liter.

Einige Länder wie Italien, Frankreich, Belgien und die Niederlande hatten wegen extremen Anstiegs der Spritpreise in Folge des Kriegs ihre Steuern gesenkt. In Deutschland hatte Finanzminister Lindner (FDP) einen Tankrabatt vorgeschlagen, die Grünen ein Energiegeld, die oppositionelle Union niedrigere Steuern auf Benzin und Diesel. Die Ampelkoalition hat inzwischen eine höhere Pendlerpauschale für Fernpendler beschlossen.

(dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort