Die Zukunft im Blick behalten

Die Zukunft im Blick behalten

Am Mittwoch in acht Tagen wird der Entscheid der Landesplanung zur Enklerplatz-Bebauung veröffentlicht. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich wirklich die Mühe machen und das Werk einmal genau studieren.

Denn was da drin vermerkt wird, ist hochinteressant. Da steht nämlich nicht nur, dass die Landesplaner das Center in Größe und Sortiment für innenstadtverträglich erachten. Nein, es wird genauestens aufgelistet, welche Einwände Nachbarkommunen und Interessenverbänden eingebracht haben und wie die Prüfer des Innenministeriums darauf reagiert haben. Nachzulesen ist weiter, dass diese der Stadt Homburg das Recht zubilligen, nicht nur durch die Schaffung von zigtausenden Arbeitsplätzen Kaufkraft zu generieren, sondern diese auch für ihre Innenstadt zu nutzen. Bei der Lektüre wird auch deutlich, wie viel Kaufkraft die Stadt Homburg seit Jahren an Neunkirchen und Zweibrücken verliert. Erstaunlich ist, dass die Saarbrücker Prüfer die Vorlage der Stadt eins zu eins durchwinken - ohne Nachbesserungen zu verlangen. Wichtig dabei ist auch zu wissen, dass sie dabei nicht nur auf das von der Stadt in Auftrag gegebene und bei den Kritikern umstrittene Lademann-Gutachten hinzugezogen haben, sondern dieses durch ein von ihnen eingesetztes weiteres Planungsbüro quasi abprüfen ließen. Das macht den Entscheid sehr rechtssicher.

Jetzt hat das Thema ECE natürlich neben der faktischen auch eine emotionale Seite. Eine neues großes Center bedeutet Veränderung. Gerade ältere Bürger scheuen sich davor, das ist in Homburg nicht anders als sonst wo. Dem gegenüber steht allerdings der Fakt, dass die derzeitige Käuferfrequenz in der Innenstadt einfach zu gering ist. Gerade im Weihnachtsgeschäft konnte man sich davon überzeugen. Das ist vor allem schade für die attraktiven Geschäfte der City. Außerdem: Schon ohne ECE schließen immer mehr Läden, aktuell das Traditionshaus Klees. Weitere Häuser werden folgen, wie wir wissen. Deshalb muss die Stadt die Zukunft im Auge behalten. Die Landesplaner geben ihr Recht, dass die derzeitige Verkaufsfläche für eine Kreis- und Universitätsstadt bei weitem nicht ausreicht. Das Beharren einiger Kritiker auf dem Ist-Zustand wird nicht genügen, Homburg im Kampf der Einkaufsstädte voranzubringen.

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