1. Saarland

Die Zehn Gebote schmücken die Kirchenwand

Die Zehn Gebote schmücken die Kirchenwand

Die Zehn Gebote sind jetzt an der Vorderseite der ev. Stadtkirche in Homburg angebracht worden. Gestern kam die Steinmetzfirma, um diese Arbeit zu erledigen. Offiziell enthüllt werden die beiden Steinplatten am Samstag.

 Am Nachmittag sind die ersten fünf Gebote eingepasst.
Am Nachmittag sind die ersten fünf Gebote eingepasst.

Sie sind zwar schon dran, aber am Samstag, 29. Juni, um 18 Uhr, werden zwei Steintafeln mit den Zehn-Geboten an der Stadtkirche Homburg offiziell enthüllt. Dies geschieht zum Auftakt der Kulturnacht.

Zur Erinnerung: Im Februar 2012 beschloss das Presbyterium der Kirchengemeinde Homburg, neben dem Eingang der Kirche zwei Steintafeln mit den Zehn Geboten anbringen zu lassen.

Der Homburger Steinmetz und Bildhauermeister Stephan Heß wurde mit der Aufgabe betraut. Bei einem Bauhüttentag am 18. April konnte man dem Meister sogar über die Schultern schauen. Die zwei Steinplatten bestehen aus Buntsandstein, der aus Waldhambach bei Bitche stammt. Der biblische Text umfasst 396 Buchstaben, deren Gravur in den Stein ausschließlich über Spenden finanziert wurde: Für 25 Euro wurde ein Buchstabe des Textes verkauft. Ein Jahr habe das Presbyterium über diese Aktion diskutiert, viele Meinungen und Vorschläge seien dabei besprochen worden, hatte Dekan Fritz Höhn zu Beginn der Aktion gegenüber unserer Zeitung erklärt. Dabei sei man auch zu dem Schluss gekommen, die alttestamentarische Fassung der Zehn Gebote zu nehmen. Was für Dekan Höhn weiterhin wichtig war - es sollten keine kirchlichen Mittel dafür eingesetzt werden, denn die Zehn Gebote sollten aus der Gemeinschaft heraus finanziert werden, zumal sie ja auch seit 3000 Jahren das gemeinschaftliche Leben regelten. Die Sandsteinplatten, die farblich zur Kirche passen, sind einen Meter breit und zwei Meter hoch. Sie wurden ein Stück weit in die Mauer eingelassen, aber nicht mit Plexiglas bedeckt, denn sie sollen die Betrachter direkt ansprechen. Auch modernes, transparentes Material für die Tafeln wurde verworfen, denn die Zehn Gebote sollten nicht aufgesetzt wirken, sondern Teil der Kirche sein. Und da auch diese aus Buntsandstein ist, war das Material schnell gefunden.

Die Zehn Gebote sind in einem jahrhundertelangen Prozess entstanden und zusammengewachsen. Sie waren anfangs nur eine von mehreren formal wie inhaltlich verwandten Geboten und Verboten des Gottes Israels, im Tanach, der Hebräischen Bibel. Sie nehmen im Judentum wie im Christentum einen zentralen Rang ein und haben die Kirchen- und Kulturgeschichte Europas mitgeprägt.