Die "Visitenkarte" muss sauber sein

Die "Visitenkarte" muss sauber sein

Homburg. Wer häufig mit der Bahn nach Homburg fährt, dem wird eine Veränderung im Bahnhofsbereich ins Auge fallen: Das rund 500 Meter lange Stück vom ehemaligen Bahngleis eins entlang der Güterbahnhofstraße bis zum ehemaligen Jugendzentrum diente lange Jahre als "wilde Mülldeponie"

Thomas Baier bei der Arbeit auf der Strecke. Foto: SZ/Baier.

Homburg. Wer häufig mit der Bahn nach Homburg fährt, dem wird eine Veränderung im Bahnhofsbereich ins Auge fallen: Das rund 500 Meter lange Stück vom ehemaligen Bahngleis eins entlang der Güterbahnhofstraße bis zum ehemaligen Jugendzentrum diente lange Jahre als "wilde Mülldeponie". Seit einigen Tagen ist das nicht mehr der Fall, der Bereich an dem seit langen Jahren still gelegten Gleis wurde sorgfältig von jeglichem Müll befreit. "Schuld" daran im besten Sinne ist der Homburger Thomas Baier. In Eigeninitiative hat der 48-jährige Kaufmann sich 20 Stunden Zeit genommen, und die Reinigung allein durchgeführt. Und das aus einem einfachen Grund, wie er im Gespräch mit der SZ erzählte: "Kommt man mit dem Zug aus Saarbrücken, blickte man bisher auf eine regelrechte Mülldeponie. Ich habe mir gesagt, der Bahnhof ist die Visitenkarte der Stadt, der Müll muss weg." Gesagt, getan: Baier sah zwei Möglichkeiten: Auf dem bei der Bahn komplizierten Dienstweg die Genehmigung besorgen, das Gelände zu betreten - oder es einfach zu machen. Er entschied sich für Letzteres. Unterstützung gab's aus zwei offiziellen Quellen: "Die netten Herren der Außenstelle Homburg des Ladungsverkehrs der Bahn haben mich mit entsprechender Jacke und Kappe versorgt, und der Beigeordnete Rüdiger Schneidewind, den ich über meine Aktion informiert hatte, sorgte über den Baubetriebshof dafür, dass mir Greifzange und Säcke zur Verfügung gestellt wurden", so Baier. Per städtischem Container wurde die stattliche Müll-Beute, darunter Fernseher, ein Fahrrad, Matratzen, ein Stuhl und hunderte Zigarettenschachteln, Flachmänner und Plastik-Getränkepackungen, abtransportiert. Alle vier bis sechs Wochen etwa will Baier, der mit zwei Freunden die Webseite www.bahnhof-homburg.de betreibt, die Strecke künftig abgehen, damit sie sauber bleibt. Sein nächstes Ziel ist klar: "Ich will mich mit der Bahn in Verbindung setzen, damit entlang der Strecke, wo die Autos parken, alle paar Meter ein Papierkorb angebracht wird, die die Stadt dann leeren könnte."

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