Die US-Ente ist wieder da

Die US-Ente ist wieder da

Rehlingen-Siersburg. Sie ist schon wieder da: jene namenlose Ringschnabelente, die vermutlich in den USA beim starken Wind verdriftet ist und bis zu uns ins Saarland kam. Dort scheint sie sich wie zu Hause zu fühlen. Denn Rolf Klein, Ornithologe beim Naturschutzbund Nabu, hat das unscheinbare Federvieh jetzt im dritten Jahr gesichtet, zum dritten Mal an derselben Stelle

Rehlingen-Siersburg. Sie ist schon wieder da: jene namenlose Ringschnabelente, die vermutlich in den USA beim starken Wind verdriftet ist und bis zu uns ins Saarland kam. Dort scheint sie sich wie zu Hause zu fühlen. Denn Rolf Klein, Ornithologe beim Naturschutzbund Nabu, hat das unscheinbare Federvieh jetzt im dritten Jahr gesichtet, zum dritten Mal an derselben Stelle. Ein ruhiges Plätzchen an der Saar hat sie sich dafür ausgesucht, im Bereich Rehlingen/Beckingen. "Sie ist gerade wieder an der exakt gleichen Stelle erschienen", berichtet Rolf Klein. Erstmals entdeckte er diese in Deutschland höchst seltene Vogelart im Oktober 2008, das Tier blieb bis März. Dann kam sie im November 2009 wieder und reiste im März wieder ab. "Momentan ist nach den Meldungen der Ornithologen dieses Tier das einzige Exemplar seiner Art in Deutschland."

Die US-Ente ist indes nicht allein. Um zu überleben, braucht sie das Lebenswissen der Verwandten. In diesem Fall sind das Reiherenten. Die Ringschnabelente lässt sich denn auch nur in Begleitung von Reiherenten auf der Saar sehen - bis zu 150 Tiere. Mit den Reiherenten, die standorttreu sind, überwintert die US-Ente auf der Saar. Der Fluss ist dafür geeignet, weil er nicht zufriert. Wohin es dann im Frühjahr weiter geht, weiß Klein nicht. "Vermutlich in Nordost-Europa."

Mischbrut möglich

Dort würden sie dann auch brüten: Eine Mischbrut mit Reiherenten wäre durchaus möglich, sagt Klein. Festgestellt hat er sie bisher nicht. Aber er freut sich schon auf den nächsten Winter. Vielleicht kommt der Dauergast ja wieder, vielleicht sogar mit Nachwuchs.