1. Saarland

Die tolle Knolle aus dem Köllertal

Die tolle Knolle aus dem Köllertal

Köllertal. Schatz der Inkas oder Ackergold wurden sie schon genannt. Grumbieren oder Grumbeern, je nachdem, wo er zu Hause ist, nennt sie der Saarländer. Im zeitigen Frühjahr haben die Landwirte ihre Zuchtkartoffeln auf ihren Äckern in den Boden gebracht

Köllertal. Schatz der Inkas oder Ackergold wurden sie schon genannt. Grumbieren oder Grumbeern, je nachdem, wo er zu Hause ist, nennt sie der Saarländer. Im zeitigen Frühjahr haben die Landwirte ihre Zuchtkartoffeln auf ihren Äckern in den Boden gebracht. Sie haben die Böden gehackt und gehäufelt, Unkraut entfernt und Kartoffelkäfer gesammelt, denn Kartoffelkäferlarven knabbern die Pflanzenblätter weg, so dass die Pflanzen verkümmern und der Ertrag ausbleiben würde.

Benjamin Faas, der nebenberuflich als Landwirt in Köllerbach arbeitet, hat in diesem Jahr Wildkräuter als "Kartoffel-Schützer" eingesetzt. Gelernt hat er es auf einem Lehrgang für ökologischen Landbau. So geht's: "Die Wildblumen sind voller Marienkäfer, und die fressen die Larven der Kartoffelkäfer", sagt Faas. Nebeneffekte: Die Wildbienen profitieren vom zusätzlichen Blütenangebot und die Menschen, die gerne Blühendes sehen, auch.

Jetzt ist Herbst, und der Kartoffelernter fährt übers Feld. Es handelt sich um eine ältere Maschine, die aber einwandfrei funktioniert. Gezogen vom Traktor, gräbt sie sich tief unter die Pflanzen und befördert die Kartoffeln über ein Rüttelsieb nach oben. Die Securas, Agrias und Bellanos hüpfen regelrecht nach oben auf die tiefbraune Erde, wo sie, von eifrigen Helferhänden in Körben geborgen, hurtig in Säcken vor Licht geschützt werden, denn zu viel Licht lässt sie grün anlaufen.

"In diesem Jahr ist der Ertrag sehr gut", bestätigt in Heusweiler-Hirtel auch Hermann Blasen, der seit Jahrzehnten Kartoffeln anbaut, in dieser Saison die bewährte "Quarta" und die relativ neue Sorte "Laura". "Die Ernte wäre noch besser ausgefallen, wenn der Regen etwas früher gekommen wäre. Aber wir sind auch so zufrieden", sagt Blasen. Dennoch: Dass immer weniger Landwirte, abgesehen von den Hobbygärtnern im Hausgarten, bereit seien, Kartoffeln anzupflanzen, habe mit dem Preis zu tun, vermutet Blasen: "Die Supermärkte machen uns die Preise kaputt. Sie müssen bedenken, dass wir Landwirte sehr viel Arbeit in das Produkt investieren und zum Schluss sogar die Kartoffeln von Hand sortieren." Qualität, die ihren Preis hat, die man aber auch schmeckt.