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Saarlands Beste
Die tägliche Angst im Straßenverkehr

Harald Kreutzer will eine fahrradfreundlichere Stadt, damit sein Sohn dort sorglos fahren kann. ⇥Foto: Privat
Harald Kreutzer will eine fahrradfreundlichere Stadt, damit sein Sohn dort sorglos fahren kann. ⇥Foto: Privat FOTO: Privat / Kreutzer
Saarbrücken. Der Saarbrücker Fahrrad-Aktivist Harald Kreutzer ist „Saarlands Bester“ im Mai. Von Benjamin Rannenberg

Erinnert sich Harald Kreutzer an die Fahrrad-Demo in Saarbrücken zurück, beschreibt er seinen Eindruck wie folgt: „Es war ein cooles Gefühl zu sehen, dass da etwas am Entstehen ist.“ Der Saarbrücker, der Mitglied des Radelkollektivs ist, war einer der Hauptorganisatoren der Demo im März. An einem Samstagmittag setzte sich damals ein Tross aus rund 200 Radfahrern aller Altersgruppen, darunter etliche Kinder, vom Saarbrücker Landwehrplatz aus in Bewegung. Bei gutem Wetter fuhr der Korso durch die Innenstadt und demonstrierte friedlich für einen sicheren Alltagsradverkehr in Saarbrücken. Für sein außergewöhnliches Engagement wurde Kreutzer jetzt von den SZ-Lesern zu „Saarlands Bestem“ (Einzelperson) im Mai gewählt.

Der Alltagsradler meldete die Demo beim städtischen Ordnungsamt an, organisierte die Pressearbeit und mobilisierte die Demo-Teilnehmer auf der Straße und via Facebook. „Die Fahrrad-Demo soll auch in anderen saarländischen Kommunen Schule machen“, erklärt der 39-Jährige. Das Saarbrücker Radelkollektiv ist laut Kreutzer ein loser Verbund aktiver Fahrradfahrer, die aufmerksam machen möchten auf Probleme, die Alltagsradler im Saarbrücker Straßenverkehr haben. Die zweite Auflage der Fahrrad-Demo sei für 2018 geplant.

Was Kreutzer antreibt, ist sein eigener fünf Jahre alter Sohn, der ebenso in Begleitung seines Vaters in Saarbrücken Fahrrad fährt. Es sollten sich mehr Erwachsene und Kinder trauen, aufs Rad zu steigen und am Straßenverkehr teilzunehmen, meint Kreutzer. Damit sich Fahrradfahrer in Saarbrücken sicherer fortbewegen können, müsse man abgegrenzte Fahrradspuren einrichten. Auch eine innerstädtische Tempo-30-Zone würde die Situation verbessern, ist Kreutzer überzeugt.

Gut würde er es finden, wenn alle Stadtratsfraktionen signalisierten, dass ihnen der Alltagsradverkehr wichtig ist und es in den Fraktionen einen Politiker gäbe, der das Thema vorantreibt. „Wichtig ist auch, dass ein Signal von der Landesebene ausgeht“, ergänzt Kreutzer. Kreutzers Botschaft lautet: „Bildet Radelkollektive.“ Denn so könnten sich auch in anderen Kommunen Alltagsradler zusammenschließen, Fahrrad-Demos organisieren und auf Missstände aufmerksam machen.

Kontakt zum Saarbrücker Radelkollektiv per E-Mail: radelkollektiv@web.de