"Die Stadt hat dafür wohl nicht genügend Geld"

"Die Stadt hat dafür wohl nicht genügend Geld"

Saarbrücken. Jürgen Müller, Gärtner aus Saarbrücken, steht der Sache skeptisch gegenüber. "Es ist so eine Sache, wie das neue Stadion finanziert werden soll. Am jetzigen Stadion ist alles verfault und marode, doch die Stadt hat dafür wahrscheinlich nicht genug Geld", so der 37-Jährige. Etwas anders sieht es der Ensheimer Stefan Zimmermann

Saarbrücken.Jürgen Müller, Gärtner aus Saarbrücken, steht der Sache skeptisch gegenüber. "Es ist so eine Sache, wie das neue Stadion finanziert werden soll. Am jetzigen Stadion ist alles verfault und marode, doch die Stadt hat dafür wahrscheinlich nicht genug Geld", so der 37-Jährige. Etwas anders sieht es der Ensheimer Stefan Zimmermann. "Ein neues Fußballstadion muss schon her, aber es ist schwierig, woher man die Gelder dafür beziehen soll, denn das Geld der Stadt wäre woanders sicher besser eingesetzt. Wenn das Fußballstadion neu gebaut werden würde, fänden bestimmt mehr Freundschaftsspiele statt, und auch mehr Mannschaften würden dort spielen wollen", erzählt der 32-Jährige. An der Goldenen Bremm wäre vielleicht Platz, um das neue Stadion zu bauen, findet er. Vili Dimitrovski, ein Verkäufer aus Güdingen, findet dagegen den geplanten Neubau gut. "Wenn man bedenkt, für was die Ausgaben der Stadt besser wären, Berliner Promenade oder ein neues Fußballstadion, dann wäre ich natürlich für das Stadion", meint der 62-Jährige. Die beiden Beamten, Markus Kneip aus Karlsbrunn und Christian Feld aus Saarlouis, finden, dass das jetzige Stadion für die 4. Liga ausreicht. "Der sportliche Erfolg vom FC Saarbrücken sollte erst einmal gewährleistet werden. Es nützt nichts, wenn sie auf- und absteigen. Es ist noch zu früh, um ein neues Fußballstadion zu bauen. Mit 3000 Zuschauern und der 4. Liga würde es sich wirtschaftlich nicht lohnen.." Auch Gisela Gleser, eine Rentnerin aus Stiring-Wendel, denkt, dass der FC erst in die 2. Liga aufsteigen sollte. "Die Stadt hat kein Geld für ein neues Fußballstadion. Auch wenn das Herz an einem neuen Stadion hängt, sagt einem der Verstand etwas anderes." Das Ehepaar Uwe und Brigitte Schuh aus Saarbrücken denkt, dass es sicherlich viele geteilte Meinungen darüber gibt. "Wir würden das Geld lieber für die Jugend einsetzen und nicht direkt das Stadion als Priorität übernehmen. Neuer Kunstrasen für Sportplätze, kleinere Vereine fördern, Geld für Kindergärten oder damit Spielplätze verbessern. Das jetzige Stadion reicht nämlich für den FC Saarbrücken vollkommen aus, da sie noch in der 4. Liga spielen", so Uwe Gleser. "Aber ein neues Fußballstadion in Saarbrücken zu haben, ist von den Problemen der Finanzierung einmal abgesehen, eine wunderbare Vorstellung", fügt Brigitte Gleser hinzu. Auch Silke Arweiler, Vertriebsbeauftragte der deutschen Telekom, findet das Geld wäre in sozialen Einrichtungen besser aufgehoben. "Für soziale Brennpunkte sind einfach zu wenige Gelder da, als dass man schon an ein neues Stadion denken sollte, vor allem für Kinder in armen Verhältnissen, Sozialarbeiter und andere Einrichtungen." Der 18-jährige Auszubildende Bastian Wöffler ist der Meinung, ein neues Stadion wäre auf alle Fälle gut, doch es sollte abgewogen werden, ob man das Geld nicht an anderen Stellen besser gebrauchen könnte. "Es ist schon ein schwieriges Thema, doch ich wäre für den Bau. Im Stadion bin ich öfter und denke, mit einem Neubau würde man mehr Leute anlocken und hätte somit auch mehr Geld zur Verfügung."

Online-UmfrageBraucht Saarbrücken ein neues Fußball-Stadion? Ja oder nein? Machen Sie mit und stimmen Sie im Internet ab! Die Umfrage läuft bis einschließlich Montagmittag unter www.saarbruecker-zeitung.de/umfragen.Auf einen BlickOb das Ludwigsparkstadion noch zu retten ist, oder ob Saarbrücken ein neues Stadion braucht - Kosten rund 20 Millionen Euro -, ist schon seit längerer Zeit Thema. Jüngst brach die Diskussion wieder mit Wucht aus. Der Chef der FDP-Fraktion im Landtag, Horst Hinschberger, hatte gesagt, er sei überzeugt, dass Saarbrücken bis Sommer 2014 ein neues Stadion habe. Der Koalitionsausschuss hatte Mitte Januar beschlossen, "dass es ein bundesligataugliches Fußballstadion im Saarland geben soll, aber "dass das Land weder Bauherr noch Betreiber sein kann". Dies wiederum hatte Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) auf die Palme gebracht. Sie kritisierte, dass dieser Beschluss mitten in die Saarbrücker Spardiskussion hineinplatze. Britz: "Das Vorhaben wird so nur zerredet." aw

Mehr von Saarbrücker Zeitung