"Die SPD im Land ist nur noch Bettvorleger der CDU"

"Die SPD im Land ist nur noch Bettvorleger der CDU"

Wallerfangen. Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine hat der saarländischen Landesregierung beim Aschermittwoch in Wallerfangen Untätigkeit vorgeworfen. "Das Land muss endlich wieder aus dem Dornröschenschlaf aufwachen", rief er. Dass nur ihrer Partei das Wachküssen gelingen könne, davon waren auch die rund 500 Zuschauer in der Walderfingia-Halle überzeugt

Wallerfangen. Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine hat der saarländischen Landesregierung beim Aschermittwoch in Wallerfangen Untätigkeit vorgeworfen. "Das Land muss endlich wieder aus dem Dornröschenschlaf aufwachen", rief er. Dass nur ihrer Partei das Wachküssen gelingen könne, davon waren auch die rund 500 Zuschauer in der Walderfingia-Halle überzeugt. Landesvorsitzender Rolf Linsler warf CDU und SPD "Kahlschlag im öffentlichen Dienst" vor. "Die SPD im Land ist nur noch der Bettvorleger der CDU", beklagte er. Den Papstbesuch der Ministerpräsidentin kommentierte er mit: "Kein Wunder, diese Regierung braucht Beistand von oben." Lafontaine legte noch einen drauf: "Als der Papst die mit dem schwarzen Kopftuch gesehen hat, da dachte er, die verwechselt mich mit dem Ajatollah. Deswegen ist er zurückgetreten."

Die aktuelle Bundesregierung und den bevorstehenden Bundestagswahlkampf nahm die stellvertretende Parteivorsitzende und Spitzenkandidaten Sahra Wagenknecht in einer 30-minütigen kämpferischen Rede ins Visier. Steinbrück und Merkel könnten nicht verschiedene Lager vertreten, da sie in allen Punkten einer Meinung seien. Auf die Häme von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der gesagt hatte, man könne das Saarland an nur einem halben Tag mit dem Rad durchqueren, erwiderte sie: "Der käme im Saargau nicht mal einen Berg hoch." Alle drei Redner beschworen Vermögensteuer und Mindestlohn als Heilmittel gegen soziale Probleme.

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine schimpfte auf die saarländische Regierung. Foto: B&B.

Wie in den letzten Jahren hätte auch Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi in Wallerfangen auftreten sollen. Doch der 65-Jährige hatte alle Termine in dieser Woche abgesagt - und zwar nicht wegen des Ermittlungsverfahrens gegen ihn, sondern wegen eines Ski-Unfalls. ukl