Die Schröders und der herrliche Klang im alten Stadtbad

Die Schröders und der herrliche Klang im alten Stadtbad

Saarbrücken. Auf der Bühne im Musiksaal der Uni herrscht beste Stimmung. Aus jungen Kehlen tönt fideler Gesang. Sportlich tänzelt die Leiterin vor ihren Choristen und ermuntert selbige gleichfalls zu lebendiger Gestik. "Dr. Schröders a cappella GmbH & Chor KG" ist am Proben und lässt bei Gershwins Swing-Klassiker "I got rhythm" die Synkopen hüpfen

Saarbrücken. Auf der Bühne im Musiksaal der Uni herrscht beste Stimmung. Aus jungen Kehlen tönt fideler Gesang. Sportlich tänzelt die Leiterin vor ihren Choristen und ermuntert selbige gleichfalls zu lebendiger Gestik. "Dr. Schröders a cappella GmbH & Chor KG" ist am Proben und lässt bei Gershwins Swing-Klassiker "I got rhythm" die Synkopen hüpfen.

Bei dem Studentenchor, der hier mit einem Konzert am Samstag, 6. November, um 17 Uhr sein 20-jähriges Bestehen feiert, ist mancherlei anders als bei anderen Ensembles. Das beginnt beim ausgeglichenen Alter der Choristen, reicht über die zahlenmäßige Balance der Geschlechter bis hin zur beinahe basisdemokratischen Arbeitsweise. So diskutiert die durchaus resolute Chefin Silke Profitlich schon mal mit ihrer vitalen Truppe und nimmt von ihren Schäfchen gerne sachkundige Verbesserungsvorschläge an. Profitlich ist die Einzige aus der Urbesetzung "der Schröders"; ein Studententeam im Rahmen des Collegium Musicum fluktuiert logischerweise heftig.

Höchst ungewöhnlich klingt auch die Gründungsstory, die Profitlich zum Besten gibt: Ein ebenso unternehmungslustiger wie musikalisch unbedarfter BWL-Student namens Andreas hörte einen Bademeister im damals noch intakten Stadtbad St. Johann pfeifen und war von der hauseigenen Akustik entzückt. Und zwar so sehr, dass er kurzerhand beschloss, einen A-cappella-Chor zu gründen, um ihn dort singen zu lassen. Diese wundersame Eingebung geschah im Oktober 1990, im folgenden Januar war bereits das denkwürdige Konzert zusammen mit Zugpferden wie Marx Rootschilt Tillermann und Vokalensemble 83. Nach dem Debüt ging's munter weiter. Profitlich, zunächst noch Choristin und Studentin (Dolmetscherin), übernahm bald die Leitung und kürte eine "Dr. Robert Schröder" getaufte bärtige Stoffpuppe vom Weihnachtsmarkt zum Namensgeber und Maskottchen ihrer Sängerschar. Die ist heute über 20 Aktive stark, darunter auffallend viele Informatiker, aber wenige Naturwissenschaftler und Musikwissenschaftler. Gepflegt wird ein Repertoire von Pop ("Can't buy me love" bis "California Dreaming"), Uraltschlager ("Die Bar zum Krokodil"), Jazzigem ("Tea for two"), Spiritual ("Joshua fit the battle"), klassischem Musical ("My fair Lady") bis hin zu humorvoll verarbeiteten "ernsten" Noten ("Die launige Forelle"). Unterhaltend und vielfältig soll der Mix sein, so Profitlich, besonderes Schröder-Charakteristikum sei der "Spaß an der Musik". Bei wöchentlichen Proben und oft mehr als zehn Auftritten pro Jahr etwa bei Privatfeierlichkeiten oder dem Winterball der Uni bleibt's freilich nicht. Hinzu kommt Geselliges à la Après Chor, Silvesterfreizeit und Chorwochenenden. uhr

Info: Samstag, 6. November, 17 Uhr, Musiksaal der Uni (Gebäude C 5, 1): "Zeitreise", Jubiläumskonzert von Dr. Schröders A-cappella-Chor. Eintritt frei. www.drschroeder.info

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