Die Schausteller bauten enttäuscht die Karussells auf den Saarterrassen ab

Die Schausteller bauten enttäuscht die Karussells auf den Saarterrassen ab

Burbach. Es war wohl das verregnetste Maifest, seit die Schausteller den Burbacher Festplatz bezogen haben. Tatsächlich verging kaum ein Tag, an dem nicht mindestens ein Schauer über den Fahrgeschäften niedergegangen ist. Und das war gestern, zum Schluss, nicht anders

Burbach. Es war wohl das verregnetste Maifest, seit die Schausteller den Burbacher Festplatz bezogen haben. Tatsächlich verging kaum ein Tag, an dem nicht mindestens ein Schauer über den Fahrgeschäften niedergegangen ist. Und das war gestern, zum Schluss, nicht anders. Besonders bitter: Weil das Maifest diesmal erst am letzten Apriltag öffnete, hatten die meisten Fahrgeschäfte und Buden bereits eine knappe Woche lang betriebsbereit auf dem Festplatz gestanden, bei prächtigem Sonnenwetter wohlgemerkt. Selbst als das Team um Willy Klünder die Attraktion des Volksfestes, den Vortex, gut 24 Stunden vor dem Fassanstich aufbaute, war bei sonnigem Wetter noch freier Oberkörper bei den Arbeitern angesagt. "Aber sobald wir unsere Stände aufgemacht haben, zog sich regelmäßig der Himmel zu. Und auf den Regen brauchten wir dann auch nicht lange zu warten", sagte zum Beispiel Ilonka Roos.

Folge: Die Sonderangebote der Schausteller verpufften einmal mehr, weil wegen des Regens oft kaum Besucher auf den Festplatz kamen.

Jutta Haddzis konnte von ihrem Imbissstand aus gut beobachten, wie viele Gäste auf dem Festplatz waren denn der Stand befindet sich am Eingang des Festplatzes.

"Eigentlich hat es ja nicht schlecht angefangen. Die Geschäfte unten auf den Saarterrassen hatten Aktionen. Dadurch kamen auch Leute zu uns, die sonst nicht kommen." An den Aktionstagen habe es auf dem Platz trotz einiger Regenschauer immer noch ein wenig Publikum gegeben. Aber als es an normalen Kirmestagen auch noch regnete, "da haben wir uns schon sehr einsam gefühlt". Die Schausteller-Bilanz nach dem längsten Volksfest in der größten Stadt des Landes fiel denn auch ausgesprochen schlecht aus. "Hier in Saarbrücken kommen ja auch noch die hohen Platzkosten dazu, so dürften die meisten Kollegen froh sein, wenn sie Null auf Null hier wegkommen", meinte Thomas Sonnier vom Saarländischen Schaustellerverband.

Auf einen pfiffigen Weg, den Umsatz anzukurbeln, wies ein unscheinbares Pappschild hinter einem der Fenster hin. Es stand im Kassenhäuschen des Kinderfahrgeschäfts von Paul Roos. "Wir nehmen auch noch die ,gute alte' D-Mark an", hat er darauf geschrieben. Und offenbar gingen Maifestbummler darauf ein. So berichtete Roos: "Zehn D-Mark habe ich gestern eingenommen."

Dabei hielt er die beiden Fünfmarkstücke hoch, mit denen Eltern am Vortag die Fahrt ihrer Kinder auf der Autoschleife bezahlt hatten. Roos kann seinen Kunden die Sehnsucht nach der D-Mark und die romantischen Erinnerungen an eine vielleicht bessere Zeit nachfühlen.

"Den Leuten geht es in der Eurozeit schlecht. Deshalb tauschen sie jetzt auch die alten Erinnerungsstücke ein, um sich ein bisschen Spaß gönnen zu können", sagte er, während er die beiden "Heiermänner", so der einstige Spitzname der Fünfer, wieder in seiner Geldtasche verstaute. al

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