1. Saarland

Die Mühen hinter dem schönen Schein

Die Mühen hinter dem schönen Schein

Saarbrücken. Ein paar vereinzelte, schwarze Federn auf der Tanzfläche. Abgefallen von einem Kleid, bei einem Paso Doble oder vielleicht auch bei dem Zusammenstoß zweier Paare, wehen sie im Fahrtwind der Tänzer über das Parkett. Doch noch sind genug Federn am Kleid. Und so fliegen sie bei der nächsten Drehung hinein ins Gedränge

 Der 21-jährige Jacky Tabone und seine Partnerin, die 17-jährige Maren Rost (TG Grün Gold Saarbrücken), in Aktion. Foto: Dietze
Der 21-jährige Jacky Tabone und seine Partnerin, die 17-jährige Maren Rost (TG Grün Gold Saarbrücken), in Aktion. Foto: Dietze
 Der 21-jährige Jacky Tabone und seine Partnerin, die 17-jährige Maren Rost (TG Grün Gold Saarbrücken), in Aktion. Foto: Dietze
Der 21-jährige Jacky Tabone und seine Partnerin, die 17-jährige Maren Rost (TG Grün Gold Saarbrücken), in Aktion. Foto: Dietze
 Der 21-jährige Jacky Tabone und seine Partnerin, die 17-jährige Maren Rost (TG Grün Gold Saarbrücken), in Aktion. Foto: Dietze
Der 21-jährige Jacky Tabone und seine Partnerin, die 17-jährige Maren Rost (TG Grün Gold Saarbrücken), in Aktion. Foto: Dietze

Saarbrücken. Ein paar vereinzelte, schwarze Federn auf der Tanzfläche. Abgefallen von einem Kleid, bei einem Paso Doble oder vielleicht auch bei dem Zusammenstoß zweier Paare, wehen sie im Fahrtwind der Tänzer über das Parkett. Doch noch sind genug Federn am Kleid. Und so fliegen sie bei der nächsten Drehung hinein ins Gedränge. Der Kampf um die raren Blicke der Wertungsrichter kann hart sein. Lieber noch ein wenig länger vor ihnen tanzen, um sicher zu gehen, dass sie einen gesehen haben, auch wenn ihre Mienen kaum eine Regung verraten. Aber das wollen auch die anderen Paare - 90 Sekunden sind wenig Zeit, um vor allen Richtern und Fans zu tanzen. "An den Kampf um den besten Platz vor der Jury gewöhnt man sich aber im Lauf der Zeit", berichtet Luisa Cumbo (16) vom TSC Residenz Ottweiler. "Und je hochrangiger das Turnier ist, desto besser können die Paare damit umgehen." Und den Kampf um die gute Platzierung in den Tanz einbauen. Luisa sitzt mit ihrem Partner Fabian Kiefer (18) erschöpft an einem der Tische. Der Schweiß quält sich langsam über das matte Puder auf ihrer Stirn. Doch grobschlächtiges Abwischen mit dem Handtuch ist verboten. Nur zartes Tupfen. Ganz so widerstandsfähig ist halt selbst das stärkste Spezial-Make-up nicht. An den Tischen nebenan zieht eine Tänzerin ihren Lidschatten nach. Da gerade kein Spiegel zur Hand ist, muss die glänzende Rückseite eines MP3-Players herhalten. Hinter ihr steht angespannt Gennady Bondarenko (TC Odeon Hannover) - mit seiner Partnerin Elena Zverevshikova am Ende Sechster des Finales - während ihm eine Betreuerin mit einem Schwamm vorsichtig die letzten ungebräunten Stellen im Teint angleicht. Es zählt neben dem reinen Tänzerischen eben auch der schöne Schein. Und so glänzt und glitzert es überall auf den Kleidern, die tiefen Ausschnitte bei Frauen und Männern legen die überraschend durchtrainierten Körper frei. Und selbst wenn Bondarenko von sich sagt: "Wir trainieren fünf Mal pro Woche für einige Stunden, da müssen wir sonst nicht auch noch was tun", geht es bei vielen Paaren wohl nicht ganz ohne strenge Diät. Während Bondarenko noch Zeit hat und erst in der nächsten Runde einsteigt, geht es für Maren Rost (17) und Jacky Tabone (21) von der TG Grün Gold Saarbrücken schon zum letzten Tanz. Wie für Cumbo und Kiefer ist es für sie das erste Turnier in der höchsten Klasse, und auch für sie ist nach der zweiten Runde Schluss. Doch sie sind "absolut zufrieden, beim ersten Turnier in der S-Klasse gleich die Vorrunde überstanden zu haben." Schnell werden noch die Schuhsohlen mit einer Stahlbürste aufgeraut, um dem Leder, das sich mit dem häufig verwendeten Wachs zu einer glänzenden, rutschigen Fläche gepresst hat, wieder Griff zu verleihen. Dann noch 90 Sekunden die Atmosphäre beim Jive genießen und die Spannung von sich abfallen lassen. Die Federn wehen mittlerweile nicht mehr über das Parkett. Verklumpt vom Wachs unzähliger Sohlen und festgetreten auf dem Boden, kleben sie am Holz. Zur nächsten Runde werden sie weggekehrt. Auch die Tänzerin mit dem Federkleid wird sich nicht mehr daran erinnern, dass sie Federn gelassen hat. Und wenn, wird man es ihrem lächelnden Gesicht nicht anmerken. jbö "An den Kampf um den besten Platz vor der Jury gewöhnt man sich aber im Lauf der Zeit."Luisa Cumbo, TSC Residenz Ottweiler