1. Saarland

"Die Mädels waren einfach platt"

"Die Mädels waren einfach platt"

Merzig. Ursprünglich sollte das Müller-Kleber-Gedächtnisturnier der Handballerinnen des HSV Merzig/Hilbringen für diese ein wichtiger Prüfstein sein. Ein aussagekräftiger Test vor der am 14. September in Wittlich beginnenden RPS-Oberliga-Saison. So der Plan. Statt Optimismus herrscht nun Ernüchterung vor

Merzig. Ursprünglich sollte das Müller-Kleber-Gedächtnisturnier der Handballerinnen des HSV Merzig/Hilbringen für diese ein wichtiger Prüfstein sein. Ein aussagekräftiger Test vor der am 14. September in Wittlich beginnenden RPS-Oberliga-Saison. So der Plan. Statt Optimismus herrscht nun Ernüchterung vor. Nach zwei Niederlagen und zwei schmucklosen Siegen gegen klassentiefere Vereine konnten die Gastgeberinnen in der Thielsparkhalle den Erwartungen nicht gerecht werden. "Ich kann mit dem Abschneiden nicht zufrieden sein. Jetzt weiß ich aber wenigstens, woran wir arbeiten müssen", kommentierte Andreas Kiedron den enttäuschenden dritten Platz. Seit Anfang Juli ist der neue Trainer, der schon den TV Altenkessel in der Zweiten Bundesliga trainierte, für die erste Riege in Merzig verantwortlich. HSV-Boss Horst Jung hatte den 59 Jahre alten Saarlouiser überredet, nach zweijähriger Pause wieder aktiv zu werden und die Nachfolge von Trainer Michael Klein anzutreten. Als Kiedron zusagte, sah es noch so aus, als ob Merzig in die Saarlandliga absteigen würde. Sein neuer Verein blieb aber in der Klasse. "Der Aufwand wäre anders geringer gewesen. In der Oberliga RPS werden wir um den Klassenverbleib kämpfen müssen", sagt Kiedron. Schwachstellen seines Kaders zeigten sich im Auftaktspiel des Turniers, auch wenn der 19:10-Sieg gegen Saarlandliga-Aufsteiger HSG Dudweiler standesgemäß war. Was die 100 Zuschauer bei der Heimmannschaft um Spielmacherin Ina Grgic in den 40 Spielminuten vermissten, war Spritzigkeit. Auch die mangelnde Chancenverwertung sollte sich im weiteren Turnierverlauf rächen. Kaum Chancen, in dem durch viele Absagen reduzierten, aber dennoch gut besetzten Fünfer-Feld hatte die zweite Garnitur des HSV. Die Niederlagen des Bezirksligen gegen den RPS-Oberligisten Kirkel (11:27) und Merzig I (16:25) und den stark aufspielenden Saarlandligisten FSG Oberthal/Hirstein (12:23) hatte Trainer Johannes Moritz einkalkuliert. Das 17:17 gegen Dudweiler überraschte ihn positiv. "Sie haben ein super Spiel gemacht. Wenn man bedenkt, dass wir wichtige Leistungsträgerinnen an die erste Mannschaft verloren haben, ist das ein echter Erfolg", schwärmte Moritz, auch wenn seine Mannschaft Letzte wurde. Kiedron fand nach der Pleite der ersten Mannschaft gegen Oberthal/Hirstein (18:26) und Kirkel (14:17) deutlichere Worte: "Die Mädels waren am Ende einfach platt. Wir wurden mit Gegenstößen ausgekontert." Im vorgezogenen Endspiel (Turniermodus: Jeder gegen Jeden) setzte sich Oberthal/Hirstein gegen Kirkel mit 21:15 durch. Der Turniersieg war für Claudia Schickotanz nicht überraschend, eher die Konsequenz einer guten Vorbereitung. "Der hohe Sieg gegen Merzig verblüffte mich dann aber schon", sagte die FSG-Trainerin. Merzigs Vorbereitung krankt dagegen an den drei Wochen, in denen Kiedron im Training fehlte. Sein Jahresurlaub habe leider schon vor seiner spontanen Zusage festgestanden, bedauert er die Versäumnisse.

Auf einen BlickErgebnisse: HSV I - Dudweiler 19:10; HSV II - Kirkel 11:27; Oberthal/Hirstein - HSV I 26:18; Dudweiler - HSV II 17:17; HSV I - Kirkel 14:17; HSV II - Oberthal 12:23; Kirkel - Dudweiler 23:21; HSV I - HSV II 25:16; Oberthal/Hirstein - Kirkel 21:15; Dudweiler - Oberthal/Hirstein 18:18. ros