Die Liebe zur Langsamkeit

Die Liebe zur Langsamkeit

Das Jahr ist noch jung und verheißungsvoll. Und doch haben wir da angeknüpft, wo wir Ende 2013 aufgehört haben.

Wir sind wieder in Eile, hasten durchs Leben, drängeln, wo es möglich ist. Bei so viel Rasanz ist es auch nicht verwunderlich, dass man sich nicht mehr großartig aufregt über all zu flinke TV-Bildschnitte. Daher war es wunderbar, dass es diese Woche am Abend wenig bis nichts zu schauen gab. Dann geht man halt ins Kino und genießt "Die andere Heimat" - ein vierstündiges Edgar Reitz-Epos, das Mitte des 19. Jahrhunderts im Hunsrück spielt. Schon fast vergessen schienen die wohltuend gemächlichen Kamerafahrten und Bilder, denen das Auge nicht hinterher hetzen muss. Es begegnen uns wogende Kornfelder, Pferdefuhrwerke ohne Turbolader und gemütlich am Himmel wandernde Wolken. Es lebe die Langsamkeit! Später dann, wieder auf der Straße angekommen, meint man im falschen Film zu sein. All zu flink kommt einem vieles vor.

Flink werden sich nun auch die in der Kommunalpolitik tätigen Herrschaften bemerkbar machen. Den Krokussen gleich schießen sie aus dem Polit-Humus und läuten den Wahlkampf ein. Ja, jetzt geht's quasi schon los, die ersten Anzeichen sind unübersehbar.

Unübersehbar ist in Dudweiler, dass die Stadtverwaltung ihr Versprechen wahrgemacht hat und 2014 ein paar Hilfspolizisten mehr durch die Straßen des Stadtbezirks schickt zur Kontrolle des ruhenden Verkehrs. Der erste Unmut darüber kam uns zu Ohren.

In solchen Fällen: Ruhe bewahren, an Pferdefuhrwerke denken und langsam die Parkgewohnheiten ändern. Auch in engen Seitengässchen.

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