1. Saarland

Die Laubs und ihre Nachfahren

Die Laubs und ihre Nachfahren

Alsweiler. Die Laubs aus Alsweiler haben 300 Jahre Familien- und Weltgeschichte geschrieben, so viele, wie das Hiwwelhaus alt ist. Der erste Bewohner dieses Namens, Johann Laub, wohnte zusammen mit seiner Frau Barbara, geborene Staub, mit den Kindern, den Großeltern und mit Gesinde und Helfern ab 1774 in dem alten Bauernhaus

Alsweiler. Die Laubs aus Alsweiler haben 300 Jahre Familien- und Weltgeschichte geschrieben, so viele, wie das Hiwwelhaus alt ist. Der erste Bewohner dieses Namens, Johann Laub, wohnte zusammen mit seiner Frau Barbara, geborene Staub, mit den Kindern, den Großeltern und mit Gesinde und Helfern ab 1774 in dem alten Bauernhaus.Robert Groß, der sich seit Jahren mit Familiengeschichte befasst, hat in einem Forschungsprojekt mehrere Tausend Nachfahren dieser Familie Laub entdeckt und stellte das Ergebnis seiner sorgfältigen Arbeit im Hiwwelhaus vor. "Meine Forschungen begannen in einer Zeit, als es noch kein Standesamt gab", erzählte Robert Groß. "Geburten, Heiraten und Sterbefälle fanden sich nur in den Kirchenbüchern von Tholey." Die Aktenlage habe sich erst ab 1792 gebessert, als in Alsweiler ein Standesamt eingerichtet wurde. Dennoch sei die Forschung über die ersten Jahre einigermaßen überschaubar gewesen, weil Alsweiler 1707 nur 77 und 1774 etwa 100 Einwohner gehabt habe. Sieben Generationen sind im Hiwwelhaus bis 1977 nachgewiesen. Aus der siebten Generation sind zum Beispiel 1014 Familien als Nachfahren nachgewiesen, von denen zwischen 300 und 400 im Dorf wohnten und noch wohnen.

 Das Haus vor der Renovierung. Foto: Bernardette Dewes
Das Haus vor der Renovierung. Foto: Bernardette Dewes

Aus dieser Generation suchte Robert Groß 24 Familien aus und zeigte ausführliche Familientafeln. "Leider ist nicht alles vollständig", bedauerte der Forscher und nannte Namen von Bürgern, "die nicht verheiratet waren - weil ich es einfach nicht weiß." Unter den Anwesenden waren etliche Zuhörer, die Personen der aufgeführten Familien kannten oder sogar mit ihnen verwandt sind. Robert Groß hat noch viele weitere Einzelheiten entdeckt. Unter den Nachfahren der Laubs waren zum Beispiel 600 Bergleute, 140 Ackerer, 60 Schlosser, 50 Eisenbahner und 50 Hüttenarbeiter. Nicht der Name Laub taucht am häufigsten in seinen Aufzeichnungen auf, sondern der Name Brill. Er wird 520 Mal genannt, Rauber 300 Mal, Recktenwald 280 Mal, Backes und Kreuz je 260 Mal. Der Name Laub ist nur 240 Mal verzeichnet. Viele Namen wurden in Frankreich und Russland festgestellt, "aber nicht, weil die Männer dorthin gezogen waren, sondern weil sie in den Kriegen starben", so Groß. In 16 EU-Ländern sind Laub'sche Nachfahren aufgetaucht und viele, die nach Amerika ausgewandert sind. Der Forscher versäumte es nicht, die familiären Ursprünge des anwesenden Marpinger Bürgermeisters Werner Laub und des Vorsitzenden des Vereins für Heimatkunde, Klaus Brill, auf die Leinwand zu bringen. Letzterer sah in dieser Veranstaltung den Schlusspunkt der Feiern zum 300-jährigen Bestehen des Hiwwelhauses. Bernd Brill half mit seiner Bildpräsentation mit, die Ausführungen von Robert Groß zu beleuchten. Johann Laub, der ab 1774 das alte Haus bewohnte, hatte - so seine Ausführungen - acht Kinder. Zwei starben früh. Die vier Mädchen heirateten und trugen die Namen Brill, Gessner, Kreuz und Neis. Der letzte im Hiwwelhaus geborene Laub-Nachfahre war Jakob Eckert, welcher 1827 zur Welt kam. "Es gibt noch viel zu tun", resümierte Robert Groß am Ende seines Vortrags. Niemanden wunderte es, dass auch Familienmitglieder von ihm in der Liste der Nachfahren der Laubs auftauchten.Foto: privat