Die Kinokultur soll weiterleben

Die Kinokultur soll weiterleben

Ein Förderverein für die Kinokultur in Wadern hat sich gegründet: Das Hauptanliegen der "Filmfreunde der Lichtspiele Wadern" ist die Wiedereröffnung des seit vergangenem Jahr geschlossenen Starlight-Kinos in der Stadt.

Wadern. Wenn es nach den Vorstellungen der "Filmfreunde der Lichtspiele Wadern" geht, wird sich der Vorhang im Lichtspielhaus der Hochwaldstadt bald schon wieder heben. Kürzlich trafen sich darum Kinofreunde aus Wadern und der Region zur Gründungsversammlung. Ihr Ziel: Einen Verein ins Leben rufen, der die Kinokultur in Wadern aufrecht erhält.22 Gründungsmitglieder waren sich schnell über den gut vorbereiteten Satzungsentwurf und die damit verbundenen Formalitäten einig und gaben ihrem neu gewählten Vorstand grünes Licht. Wenn alles klappt, wird das ehemalige Waderner Starlight nach gut einem Jahr der Schließung im Oktober wieder seine Pforten für das kulturinteressierte Publikum öffnen.

Ärmel hochkrempeln

Doch zunächst gilt es für die Vereinsmitglieder der Filmfreunde, rasch die Ärmel hochzukrempeln. Erhebliche Investitionen stehen ins Haus, die der Verein aus dem Stand heraus alleine nicht kurzfristig wird stemmen können. Hier hofft der Vorsitzende des frisch gewählten Vorstandes, Hans-Peter Ebert, auf breite Mitwirkung aus der Bevölkerung. "Wir setzen auf Leute, die mit dem Kino besondere Erinnerungen verbinden", bekundete Ebert. Spenden Waderner Unternehmen und Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln wird man gerne in Anspruch nehmen.

Aber allem voran müssen die Vereinsmitglieder selbst mit anpacken. "Es besteht erheblicher Sanierungsbedarf, und da können handwerklich Begabte unter den Vereinsmitgliedern einiges bewirken", meinte der Vorsitzende.

Der größte Posten dürfte die Anschaffung einer neuen Kinotechnik sein. Die Sanierungspläne des alten Projektors sind dabei vom Tisch. "Das bringt nichts mehr, auch im Hinblick auf mittelfristige Kooperation mit dem Filmverleih", war die einhellige Meinung. Im Waderner Kino wird somit zukunftssichere Digitaltechnik, die für die Investoren auch bezahlbar sein dürfte, Einzug halten.

Im Vorfeld der Vereinsgründung hatte eine Studie die wirtschaftliche Machbarkeit für den Kinobetrieb als erreichbar eingeschätzt. Die zu tätigende Investition war mit etwa 20 000 Euro beziffert worden. Der Kassenbereich des in die Jahre gekommenen Filmhauses solle umgestaltet, die Rettungswege neu beschildert und eine Zwischenlösung für die Toilettenanlage gefunden werden.

Aber ganz oben im Konzept des neuen Vereins rangiert die Gestaltung des künftigen Programms. Neben guter Unterhaltung sollen Filme gezeigt werden, die besondere kulturelle, filmgeschichtliche oder filmästhetische Bedeutung haben. Darüber hinaus setzen die Filmfreunde der Lichtspiele Wadern auf enge Kooperation mit bestehenden Filmreihen wie "Der besondere Film" oder "Kirche im Kino".

Jugend- und Medienarbeit

Selbstverständlich, so kündigte Ebert an, werden Kinder- und Jugendfilme einen wichtigen Platz einnehmen. An Spieltagen von Freitag bis Sonntag sollen zwei Filme pro Woche gezeigt werden. Einmal monatlich wird Schulkino auf dem Programm stehen. Als Ergänzung zum Lichtspielbetrieb sieht der Verein Veranstaltungen rund um Jugend- und Medienarbeit, Konzerte und Theateraufführungen, als Bestandteil seines Konzeptes.

Mit einer seriösen Kalkulation werde man das Projekt "Waderner Kino" in Gang halten, verspricht der Vorsitzende Ebert, denn "Besucherzahlen von 15 bis 40 Personen je Vorstellung werden reichen, alle Kosten zu decken."

Auf einen Blick

Vorstand der Filmfreunde: Vorsitzender: Hans-Peter Ebert, stellvertretender Vorsitzender: Peter Wilhelm, Schriftführer: Martin Vorreiter, Kassierer: Theo Dubois, Beisitzer: Gisela Demuth, Max Matern, Axel Dubois.

Beitrag für Vereinsmitglieder: Der Jahresbeitrag für Vereinsmitglieder wurde in einer ersten Abstimmung auf 15 Euro festgesetzt. Damit verbunden, und unter Vorlage des Mitglieds-Ausweises gewährt der Verein zu jeder Vorführung eine Ermäßigung in Höhe von einem Euro.

Der Vorschlag, einen wesentlich höheren Beitrag mit einem damit verbundenen begrenzten freien Eintritt zu erheben, fand bei den Gründungsmitgliedern keine Zustimmung. "Mit dem verhältnismäßig niedrigen Beitragssatz setzen wir auf eine breite Basis und hoffen auf große Zustimmung in der Waderner Bevölkerung", sagte der Vorstandsvorsitzende, Hans-Peter Ebert.owa