1. Saarland

Die Kastanie wächst gänzlich aus eigener Kraft

Die Kastanie wächst gänzlich aus eigener Kraft

Hemmersdorf. Fast sieht er wieder aus wie ein richtiger Kastanienbaum. Nur deutlich kleiner und erheblich zurechtgestutzt. An der Ecke Schlossstraße/Niedaltdorfer Straße in Hemmersdorf steht die vormals stattliche Kastanie, die im Herbst 2010 nahezu um die Hälfte gekürzt wurde. Dadurch hatte sie fast die gesamte Krone verloren. Im Jahr darauf grünte es wieder an den dicken Aststummeln

Hemmersdorf. Fast sieht er wieder aus wie ein richtiger Kastanienbaum. Nur deutlich kleiner und erheblich zurechtgestutzt. An der Ecke Schlossstraße/Niedaltdorfer Straße in Hemmersdorf steht die vormals stattliche Kastanie, die im Herbst 2010 nahezu um die Hälfte gekürzt wurde. Dadurch hatte sie fast die gesamte Krone verloren. Im Jahr darauf grünte es wieder an den dicken Aststummeln. Und auch jetzt treibt der Baum erneut, als wäre nichts geschehen.Das sei zu erwarten gewesen, stellte Gerhard Müller von der Stabsstelle Umwelt im Rathaus der Gemeinde Rehlingen-Siersburg dar. Es bedeute jedoch nicht automatisch, dass der Baum es geschafft habe. Denn die Eingriffe seien recht erheblich gewesen.

"Das sind große Schnittstellen. Daran kann auch Fäulnis entstehen und den Baum weiter schädigen." Schon 2011 rechnete Müller deshalb langfristig gesehen mit dem Verlust des Baumes. Fünf bis 15 Jahre gab er ihm damals noch.

Ein Notrückschnitt war es 2010, den die Gemeinde durchgeführt hatte. Der sollte verhindern, dass der Baum komplett auseinander bricht. Denn durch seine Mitte geht ein Riss beinahe über den gesamten Stamm hinweg. Weitere Maßnahmen waren von Gemeindeseite nicht möglich, da es sich um Privateigentum handelt.

Dazu kommt noch ein so genannter Drehwuchs des Stammes. Statt direkt nach oben zu streben, wächst der Baum schraubenartig in die Höhe. Das schwächt seine Standfestigkeit.

Kommt dann, wie vor dem Rückschnitt, ein üppiger Kronenbereich hinzu, hat der Wind viel Angriffsfläche, und es besteht erhöhte Bruchgefahr. Aus diesem Grund sollen auch in den kommenden Jahren immer wieder Rückschnitte erfolgen.

Der Gemeindeverband der Grünen in Rehlingen-Siersburg hatte bereits kurz nach dem Notrückschnitt weitere Sicherungsmaßnahmen verlangt. Die sollten zusätzlich helfen, den für Hemmersdorf charakteristischen Baum zu erhalten. Angesprochen waren Stützbänder um den Stamm und Sicherungsseile in den Kronen. Davon ist bislang nichts erfolgt. Somit steht die gekappte Kastanie derzeit noch gänzlich aus eigener Kraft.