1. Saarland

Die Jogi-Buben werden weit kommen

Die Jogi-Buben werden weit kommen

Völklingen/Warndt. "Unsere Mannschaft hat viel Potenzial und noch Luft nach oben. Gegen Australien war sie sehr gut, jedoch sollte man dieses Spiel nicht überbewerten, da der Gegner doch recht schwach war", meint Dietmar Meyer (Fotos privat, Jenal,Wieck, Engel) zuletzt Trainer beim FC Dorf im Warndt und dem SV Hermann-Röchling-Höhe

Völklingen/Warndt. "Unsere Mannschaft hat viel Potenzial und noch Luft nach oben. Gegen Australien war sie sehr gut, jedoch sollte man dieses Spiel nicht überbewerten, da der Gegner doch recht schwach war", meint Dietmar Meyer (Fotos privat, Jenal,Wieck, Engel) zuletzt Trainer beim FC Dorf im Warndt und dem SV Hermann-Röchling-Höhe. Jogis Jungs traut er das Viertelfinale, bei einer glücklichen Auslosung Halbfinale und sogar Finale zu. Der ehemalige Spieler und Trainer Frank Munzinger (Luisenthal) sagt: "Ich finde, dass wir eine junge und sehr ambitionierte Mannschaft haben." Er prophezeit aber, dass es auch mal holpriger zugehen wird. Trotzdem glaubt Munzinger daran, dass Deutschland sehr weit kommt: "Unter die letzten vier!" Jens Albrecht (ehemaliger Torjäger beim SV Röchling Völklingen und in Riegelsberg) war vom Auftaktsieg der Deutschen sehr beeindruckt. Doch er warnt auch: "Dies war zwar ein guter Start, aber noch nicht mehr. Jetzt gilt es, gegen Serbien nachzulegen." Zu den deutschen WM-Chancen sagt er: "Da ich ein Fußballpatriot bin, ist mein Tipp ganz klar: Deutschland wird Weltmeister." Auch Wolfgang Volontieri (Geschäftsführer SV Röchling Völklingen) traut unseren Jungs das Finale zu. "Wir haben eine tolle Truppe, die den Schwung der Jugend hat." Einen eventuellen Nachteil, auf Grund fehlender internationaler Erfahrung, sieht Volontieri nicht: "Die Mischung stimmt!", sagt er. Ähnlich Frank Ferdinand (Schatzmeister SV Röchling Völklingen): "Ich hoffe, wir kommen ganz weit. Was Weltmeister bedeuten würde." Manfred Pfortner (Dorf im Warndt) hat bei vielen Vereinen in Völklingen und dem Warndt erfolgreich als Trainer gearbeitet und ist heute Mannschaftsbetreuer beim SV Elversberg: "Der erste Auftritt unserer jungen, deutschen Mannschaft bei dieser WM hat mich angenehm überrascht. Es macht Spaß, den Jogi-Buben zu zuschauen." Pfortner sagt aber auch: "Die kommenden Gegner werden von der Aggressivität und der Taktik her anders auftreten als Australien." Trotzdem: "Wenn wir von Verletzungen und Sperren verschont bleiben, rechne ich mit einem Endspiel mit deutscher Beteiligung." Gerhard Dernbecher war beim SV Fürstenhausen Spieler, Trainer und Geschäftsführer. "Ich bin positiv überrascht. Nach den Ausfällen von Ballack oder Adler hätte ich nicht gedacht, dass sie so gut sind. Wenn wir nicht auf Spanien treffen, können wir ins Endspiel kommen." Heinz Gorius (Vorsitzender SV Karlsbrunn) lobt: "Endlich mal kein Schema F-Fußball, sondern raffiniertes Kombinationsspiel mit überraschenden Pässen und viel Esprit." Ein wenig auf die Euphoriebremse tritt Marcel Keller (Vorsitzender SV Emmersweiler): "Wir haben erst ein Spiel gemacht. Das Viertelfinale ist drin. Vielleicht sogar Halbfinale, wenn unsere Schlüsselspieler nicht verletzt oder vom Platz gestellt werden." Das begeisternde Spiel der Deutschen weckt in Keller Erinnerungen: "Solchen Zauberfußball hat Deutschland zuletzt 1972, beim Gewinn der Europameisterschaft, gezeigt." Heinrich Müller warnt vor zu viel Euphorie. Der ehemalige Zweitbundesligaspieler des SV Röchling Völklingen sagt: "Man darf nicht vergessen, dass Australien die schwächste Mannschaft des ganzen Turniers ist." Imponiert hat ihm das deutsche Spiel trotzdem: "Jeder will den Ball, jeder übernimmt Verantwortung. Wir spielen einen gepflegten Fußball und haben Geduld - wir spielen auch mal zehn gefühlte Minuten hinten rum." Nicht nur die Deutschen sind von Jogis Jungs begeistert. So lobt Metin Ayhan, türkischer Trainer der SG St. Nikolaus: "Die Türkei ist zwar nicht dabei, aber Deutschland zuzusehen, hat richtig Spaß gemacht." Wie weit Deutschland kommt, möchte Ayhan nicht sagen: "Das erste Spiel war zu perfekt. Ich will das zweite Spiel abwarten, ehe ich mir ein Urteil bilde."

Auf einen BlickDie Expertentipps für das Spiel Deutschland gegen Serbien: Dietmar Meyer 2:1. Frank Munzinger 3:1. Jens Albrecht 3:0. Wolfgang Volontieri 3:1. Manfred Pfortner 3:1. Frank Ferdinand 3:1. Gerhard Dernbecher 2:0. Marcel Keller 2:0. Heinz Gorius 3:0. Heinrich Müller 3:1. Metin Ayhan. 2:1 dg