1. Saarland

"Die Jagdsteuer abschaffen"Entlastung für freiwillige Aufgaben

"Die Jagdsteuer abschaffen"Entlastung für freiwillige Aufgaben

Merzig-Wadern. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich (Foto: SZ) weiß um die vielen freiwilligen Aufgaben, die die ortsansässigen Jagdpächter leisten - ob bei der Bekämpfung von Tierseuchen oder bei der Ver- und Entsorgung von Unfallwild nach Verkehrsunfällen. "Wir haben daher auch vollstes Verständnis für ihre Forderung, die Jagdsteuer abzuschaffen

Merzig-Wadern. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich (Foto: SZ) weiß um die vielen freiwilligen Aufgaben, die die ortsansässigen Jagdpächter leisten - ob bei der Bekämpfung von Tierseuchen oder bei der Ver- und Entsorgung von Unfallwild nach Verkehrsunfällen. "Wir haben daher auch vollstes Verständnis für ihre Forderung, die Jagdsteuer abzuschaffen." Allerdings seien die Strukturen in den verschiedenen Kreisen des Saarlandes unterschiedlich. So nehme der Kreis St. Wendel, der ab kommendem Jahr auf diese Steuer verzichte, rund 25000 Euro Jagdsteuer pro Jahr ein. Im Grünen Kreis seien es rund 100000 Euro. Und noch ein Unterschied: Die Jägerschaft im Nachbarkreis stamme fast ausschließlich von dort. "Bei uns im Kreis gibt es viele Jäger aus Luxemburg und Rheinland-Pfalz." Sie gingen zwar in Merzig-Wadern zur Jagd, würden sich aber nicht an den freiwilligen Aufgaben beteiligen. Warum ihnen die Steuer erlassen? Die freiwilligen Aufgaben würden von den Jägern vor Ort erledigt. Daher seien diese Leute zu entlasten. Daher sei man dabei eine Lösung zu suchen, die allen gerecht werde. Ein Vereinbarungskatalog zum Beispiel, welche Gegenleistung zu erbringen sei. redWarum fordern Sie die Abschaffung der Jagdsteuer? Armin Birk: Die Jäger leisteten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und für den Naturschutz. Zudem kann es nicht sein, dass wir der einzige Naturschutzverband sind, der für seine Arbeit Steuern zahlen mus. Warum plädieren Sie gerade jetzt so vehement für die Abschaffung? Armin Birk: Über viele Jahre wurde nun die Jägerschaft von der Politik hingehalten, indem man immer andeutete, die Jagdsteuer mit der Verwaltungsstrukturreform möglicherweise abzuschaffen, wenn die Jäger weitere Aufgaben von der Verwaltung übernehmen. Die Aufgaben wurden übernommen, die Abschaffung der Jagdsteuer jedoch scheiterte an der CDU-Mehrheitsfraktion im Landtag, obwohl von einigen Abgeordneten auch Verständnis für die Argumentation der Jägerschaft deutlich wurde.Wem obliegt jetzt die Entscheidung, ob die Steuer abgeschafft wird oder nicht?Armin Birk: Die Entscheidung liegt nunmehr beim Landkreis, ob die Jagdsteuer nicht mehr erhoben wird. Denn die Landrätinnen und Landräte sind mit ihren Kreistagen seit 1. Januar dieses Jahres zuständig. Haben Sie bereits einen Vorstoß unternommen? Armin Birk: Gemeinsam mit Mitgliedern des Kreisjagdausschusses und Kreisjagdbeirats habe ich mit allen politisch Verantwortlichen in den vergangenen Wochen geredet, auch mit den Bürgermeistern. Werden weitere Schritte folgen, um Ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen?Armin Birk: Ja. Die Jagdpächter können und wollen sich in dieser Frage nicht mehr hinhalten lassen. Die Geduld ist nun vorbei. Es muss sich politisch etwas bewegen, die Regelungen im Landkreis St. Wendel muss hierbei der Maßstab sein.