Die Hochschulwoche wird 50

Die Hochschulwoche wird 50

Homburg. Während viele Jubilare mit den Jahren eher an Pfunden zulegen, präsentiert sich die Homburger Hochschulwoche zu ihrem 50. Geburtstag vergleichsweise schlank

Homburg. Während viele Jubilare mit den Jahren eher an Pfunden zulegen, präsentiert sich die Homburger Hochschulwoche zu ihrem 50. Geburtstag vergleichsweise schlank. Am Montagabend wird sie eröffnet (Programm siehe Infokasten), dabei werden Vertreter der drei Institutionen sprechen, die diese Veranstaltung gemeinsam tragen: die Stadt Homburg, die Volkshochschule (VHS) und die Medizinische Fakultät. Traditionell gibt es auch einen Festvortrag, diesmal zu einem sportmedizinischen Thema, und im Zwei-Jahres-Takt zudem Preisträger, wenn der Wissenschaftspreis verliehen wird, der 2005 von 5000 auf 10 000 Euro aufgestockt wurde. Diese Verleihung steht auch beim 50. Geburtstag der Hochschulwoche an, die damit fast schon wieder zu Ende ist, einmal abgesehen vom Meisterkonzert am Donnerstag, das der Woche seit Jahren zugeschlagen wird.Dabei hatte die Veranstaltung zunächst ohnehin klein angefangen, war dann zwar gewachsen, musste letzten Endes aber wieder etwas zurückfahren. Entstanden sei das Ganze aus der Idee heraus, dass es in Homburg eine medizinische Fakultät gibt und medizinische Vorträge ins Angebot der Volkshochschule aufgenommen werden sollten, erläutert VHS-Geschäftsführerin Christa Marx. Nach einiger Zeit kam zu dem Vortrag auch ein Termin vor Ort im Uniklinikum hinzu, bei dem ein Institut seine Türen für die Bevölkerung öffnete. Dabei seien aber mit den Jahren immer weniger Besucher gekommen. So wurde schließlich das Konzept der langen Nacht der Wissenschaften entwickelt, bei dem sich seit 2005 nicht eine, sondern viele Türen öffnen und so hinter die Kulissen von Operationssälen, Laboren, Instituten und Kliniken geblickt werden kann. Dieses Angebot gibt es weiterhin, es wurde allerdings in die Sommermonate verschoben und in diesem Jahr mit dem Homburger Maifest verbunden. Dahinter steht die grundsätzliche Überlegung, es dadurch attraktiver zu machen, schlicht, weil es dann länger hell und wärmer ist. Das ist besonders deswegen wichtig, weil auf dem Campusgelände die Kliniken und Institute durch die Pavillonstruktur ziemlich weit auseinander liegen und der Gang übers Gelände in der dunklen Jahreszeit ziemlich ungemütlich ist. Das neue Konzept geht hier auf, allerdings reduziert sich die Hochschulwoche im November dadurch quasi auf einen Abend. Es gebe, sagt Christa Marx, weiterhin Bestrebungen, mehr anbieten zu können. Denkbar sind hier etwa Gastvorlesungen, die es in der Geschichte der Hochschulwoche ebenfalls bereits gegeben hat. Diesmal gab es hier aber offenbar Terminprobleme. So wird zum 50. also eher abgespeckt als üppig gefeiert.

Meinung

Feiern und am Konzept feilen

Von Merkur-MitarbeiterinUlrike Stumm

50 Jahre sind ein Grund zu feiern, aber auch einer, um zurückzublicken - und dies durchaus kritisch. Da gibt es bei der Homburger Hochschulwoche viel Positives zu sagen, schließlich sorgt sie zum Beispiel dafür, dass die Medizinische Fakultät, das Uniklinikum, und das, was dort passiert, ein bisschen verständlicher werden für den Normalbürger. Und sie ist ein Anlass dafür, dass sich die Homburger auch einfach so einmal damit beschäftigen, nicht erst dann, wenn eine Krankheit einen selbst oder die Familie betrifft.

Gerade die Auftaktveranstaltung war zudem immer wieder ein Podium für Schulterschlüsse. Es gab kämpferische Ansagen in Richtung Saarbrücken, wenn es dort wieder kritische Stimmen gab, die dem Medizin-Standort Homburg am Zeug flicken wollten.

Allerdings präsentiert sich die Hochschulwoche zu ihrem runden Geburtstag eher als einzelner Hochschultag. Nachdem die lange Nacht der Wissenschaften aus durchaus nachvollziehbaren Erwägungen in wärmere Monate verlegt wurde und so punkten kann, fehlt ihr der Publikumsmagnet, konzentriert sich alles auf den Eröffnungsabend. Gerade weil sich die Veranstaltung schon 50 Jahre hält, der Grundgedanke seinen Reiz hat, ist sie es wert, dass sie erhalten bleibt, indem man am Konzept feilt - frische Ideen könnten sie dann durch weitere Jahrzehnte tragen.

Hintergrund

Die 50. Homburger Hochschulwoche wird am Montag, 19.30 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses, Am Forum, in Homburg eröffnet. Dabei wird auch der Wissenschaftspreis der Stadt Homburg verliehen. Sprechen werden zur Eröffnung der Vorsitzende der Volkshochschule Willi-Günther Haßdenteufel, Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner sowie der Dekan der Medizinischen Fakultät Professor Michael Menger. Im Festvortrag beschäftigt sich Professor Tim Meyer, Ärztlicher Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes, mit dem Thema "Fußball-Weltmeisterschaft und Präventivsportgruppe: Seriöse Sportmedizin für Leistungssport und Sporttherapie". Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Mitgliedern der Uni-Bigband Homburg.

Gut besucht ist in aller Regel die Auftaktveranstaltung der Homburger Hochschulwoche. Auch bei der aktuellen 50. Auflage wird wie im Jahr 2009 (unser Foto links) wieder der Wissenschaftspreis verliehen. Die sonst mit der Hochschulwoche verbundene lange Nacht der Wissenschaften - unser Bild zeigt das begehbare Modell einer Lunge - wurde in den Mai verschoben. Fotos: Thorsten Wolf.

Am Donnerstag, 24. November, spielen dann im Rahmen der Hochschulwoche Christina und Michelle Naughton im Saalbau. Das Meisterkonzert mit dem Klavierduo beginnt um 20 Uhr. Karten gibt's Kultur- und Verkehrsamt der Stadt Homburg, Tel. (0 68 41) 10 11 66. ust