Die Frauen als Gewinnerinnen

Saarbrücken. Prägnante, ungewöhnliche Stücke von fünf Choreografinnen präsentiert Ballettdirektorin Marguerite Donlon mit ihrem neuen Abend "The Winners are Die Frauen" und wirft Fragen auf

Saarbrücken. Prägnante, ungewöhnliche Stücke von fünf Choreografinnen präsentiert Ballettdirektorin Marguerite Donlon mit ihrem neuen Abend "The Winners are Die Frauen" und wirft Fragen auf. Haben Frauen eventuell eine eigene Art zu choreografieren? Eine psychologischere, weniger strukturelle, mehr am menschlichen Wesen orientierte? Wie das sich um Stärken und Ängste drehende Stück "Nach Hause" von Teresa Rotemberg aus Buenos Aires, die in der Schweiz lebt. Samstagmorgen, öffentliche Probe zum "Winners-Abend" im gut besuchten Ballettsaal. Donlons Tänzer wärmen sich auf. Rotemberg erzählt von Texten der ungarischen Schriftstellerin Agota Kristof, die als Hintergrund und Stimmungsgeber für ihr Stück dienten, in dem es auch um Heimat und Heimatlosigkeit gehe. Jetzt kurze Szenen daraus, Lionel Droguet und Meritxell Aumedes Molinero umtanzen Tisch und Stühle, ein Paar, deren Körper sich abstoßen wie gleichgepolte Magnete, gespiegelt und gedoppelt in den Bewegungen von Alfredo Garcia Gonzáles und Yamila Khodr. Weitere Ausschnitte von auf internationalen Wettbewerben ausgezeichneten Choreografien folgen. Kleine, schon fast fertig anmutende Präsentationen sind das, eher als ein Einblick in harte Probenarbeit. Nicht alle Choreografinnen können heute anwesend sein. Teile aus Annabelle Ochoas "Repaly" tanzen Nigel Campbell, Xianghui Zeng und Taesug Kang. Körper driften aneinander vorbei, fedrig leicht, in verspielter Harmonie. Kleine Marotten wie Kopfwackler, Zuckungen der Waden waren Auslöser für dieses 2001 in Den Haag uraufgeführte Stück, das Ochoa bearbeitet und für ihre Tänzer umgeschrieben habe, erklärt Donlon. Liliana Barros "Persona" hat man hier eventuell schon gesehen. Die Tänzerin der Donlon-Compagnie zeigte es bei "SubsTanz 09". Nun üben Yamila und Lorena Sabena skurrile Körperüberdehnungen, Transformationen vom Neutralen ins Extreme. Stefanie Krahnenfeld, Opernsängerin am Staatstheater, singt dazu aus Delibes' "Lakmé". Barros erzählt, dass die Stimme an sich und Masken, die Menschen tragen, sie inspiriert haben. Der vielfältigen Eindrücke noch kein Ende. Am Schluss Trockenhumoriges von der Amerikanerin Sommer Ulrickson, "Ich dich auch" mit zwei Frauen, Mobiliar und zwei Bierflaschen. Einmal umkreisen sich Meritxell und Anna Altés Trenchs aufs Komischste, wieder Stühle und Tisch als Kampf-arena. Dann tanzen Liliana und Yamila ulkig körperbiegend Ab- und Zuneigung. Ein kleiner Einblick in Caroline Finns "Lullaby for the Misunderstood" beendet die Probe. Sicher ihre ganz persönliche Gewinner-Riege seien diese Choreografien, meint Marguerite Donlon, die mit ihren "The Winners are.."-Abenden oder der "SubsTanz-Reihe" etwas tut, was auch an großen Häusern längst nicht gang und gäbe ist, den Fokus auf andere setzen nämlich, Plattformen schaffen für künstlerischen Austausch, kreative Konkurrenz und Inspiration. Premiere am 24. April, 19.30 Uhr. Weitere Termine: 29.April, 2. Mai, 6. Mai in der Alten Feuerwache.

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