"Die Feuerwehr ist im Umbruch"

"Die Feuerwehr ist im Umbruch"

Neuweiler. Matthias Petak aus Neuweiler ist - wie bereits kurz gemeldet - der neue Löschbezirksführer der Stadt Sulzbach. Bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonntagnachmittag im Jugendfreizeitheim wurde der bisherige stellvertretende Löschbezirksführer mit 119 Ja-Stimmen zum Nachfolger von René Comont gewählt, dessen Amt er im Mai antreten wird. Comont wird 62 Jahre alt

Neuweiler. Matthias Petak aus Neuweiler ist - wie bereits kurz gemeldet - der neue Löschbezirksführer der Stadt Sulzbach. Bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonntagnachmittag im Jugendfreizeitheim wurde der bisherige stellvertretende Löschbezirksführer mit 119 Ja-Stimmen zum Nachfolger von René Comont gewählt, dessen Amt er im Mai antreten wird. Comont wird 62 Jahre alt. Aus gesetzlichen Gründen kann er dann sein bisheriges Amt nicht mehr ausüben und wird in die Altersabteilung verabschiedet. Mehrheitlich wurde er für die Ernennung zum Ehrenwehrführer vorgeschlagen. Zum Nachfolger von Matthias Petak wählten die Floriansjünger im proppenvollen Saal Richard Plein. Der Stellvertreter von Petak erhielt 99 Ja-Stimmen.Den Wahlgängen ging natürlich das beherrschende Thema der letzten Wochen voraus: die Auflösung des Löschbezirkes II Schnappach durch den Stadtrat.

Der scheidende Löschbezirksführer Comont meinte, er sei sehr betrübt, dass die Kommunikation vorwiegend über das Internet geführt wurde. Die treibenden Kräfte müssten den Begriff Kameradschaft erst wieder neu erlernen. Comont betonte auch, dass die Auflösung der Schnappacher Wehr keine Idee der Stadt gewesen sei. Vielmehr hätten die Verantwortlichen des Löschbezirkes II das neue Konzept der Wehrführung abgelehnt. Von dem aufgelösten Bezirk - die verbliebenen acht Mitglieder sollen sich den anderen Löschbezirken der Stadt (Mitte, Neuweiler und Altenwald) anschließen - war am Sonntag niemand erschienen.

"Die Feuerwehr ist im Umbruch", erklärte dann auch Bürgermeister Michael Adam als gesetzlicher Chef der Wehr. Er wolle vordergründig verhindern, dass sich Legenden bildeten, so das Stadtoberhaupt. Adam stellte klar, dass die Auflösung bei einem Termin der Feuerwehr mit der Stadtverwaltung am 21. Januar vorgeschlagen wurde. Dies sei das Resultat gewesen, weil Schnappach in vielerlei Hinsicht nicht mehr die Voraussetzung für die Sicherheit erfüllte. Die gesetzlich vorgesehene Stärke von 18 Mann pro Löschzug sei mit 17 Personen gerade einmal auf dem Papier über Jahre hinweg "eingehalten" worden. Bei Einsätzen sei in den meisten Fällen nur ein Fahrzeug mit einem oder zwei Mann Besatzung erschienen, habe er den Einsatzberichten entnehmen können. Zudem wohnten nur noch acht Feuerwehrleute tatsächlich im Sulzbacher Stadtteil. Die anderen hätten ihren Wohnsitz in Quierschied, St. Ingbert oder im Sulzbacher Stadtgebiet. Übungen fanden laut Michael Adam auch nicht wie vorgeschrieben regelmäßig wöchentlich statt. Der Verwaltungschef betonte ferner, dass von der Unterschriftenaktion mit 900 Unterzeichnern lediglich rund 200 verwertbar gewesen seien.

In Schnappach selbst lebten nur 475 Menschen. Bei der Sammlung wären Unterschriften beispielsweise von Geschäftsleuten der Sulzbachtalstraße mitgerechnet worden. Man habe diese Aktion dennoch ernst genommen.

"Wir werden das gemeinsam stemmen", betonte voller Zuversicht der Brand- und Zivilschutzbeauftragte des Regionalverbandes, Saarbrückens Sicherheitsdezernent Harald Schindel.

2012 musste die Sulzbacher Wehr mit ihren 201 Aktiven zu 44 Bränden ausrücken. 60 Mal erbrachte man in 1480 Einsatzstunden Hilfeleistungen. Der Spielmannszug unter der Leitung von Patrik Wagner umrahmte die Versammlung. > Seite C 5: Leserbrief

In Kürze

Ehrungen und Beförderungen: Pascal Bieg, Dominik Kiefer, Lisa-Marie Margart und Fabio Berstecher (Übernahmen Jugendwehr); Rainer Schweig (Versetzung Alterswehr), Eric Anton und Christian Klein (Beförderung Feuerwehrmann); Eric Graul, Sebastian Michaelis, Sarah Scherer und Matthias Zenner (Beförderung Oberfeuerwehrmann/-frau); Sergio Calcagno und Kevin Rauer (Beförderung Oberlöschmeister); Björn Hoffmann, Torsten Schäfer und Frank Schneider (Beförderung Hauptlöschmeister); Christian Hoff (Beförderung Brandmeister), Matthias Petak (Beförderung Hauptbrandmeister); Marcel Bensch, Thomas Theobald, Torsten Grün und Andreas Schmitz (alle 20 Jahre); Hans Jürgen Blum, Dirk Dellwing, Frank Reppert und Thorsten Wilhelm (alle 25 Jahre); Matthias Rach und Dieter Jennewein (beide 35 Jahre sowie goldenes Feuerwehrabzeichen des Saarlandes); Hans Jürgen Blum, Frank Reppert und Thorsten Wilhelm (bronzenes Feuerwehrabzeichen des Saarlandes) und Dirk Dellwing (silbernes Feuerwehrabzeichen des Saarlandes). jma

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