Die Familie arbeitet Hand in Hand

Sulzbach. Es war ein harter Winter und der Boden bis März steinhart gefroren. Eine Herausforderung für jedermann, besonders für Stefan Rettenberger, seit 2001 Geschäftsführer der gleichnamigen Gärtnerei in Sulzbach. Da kamen die Baumfällungen nach den stürmischen Tagen nicht ungelegen. "Zuerst war ich nicht froh über den Sturm, aber so gab es wieder was zu tun

Sulzbach. Es war ein harter Winter und der Boden bis März steinhart gefroren. Eine Herausforderung für jedermann, besonders für Stefan Rettenberger, seit 2001 Geschäftsführer der gleichnamigen Gärtnerei in Sulzbach. Da kamen die Baumfällungen nach den stürmischen Tagen nicht ungelegen. "Zuerst war ich nicht froh über den Sturm, aber so gab es wieder was zu tun. Der lange Winter hatte alles verschoben. Von Dezember bis März konnten wir nicht bepflanzen", berichtet der Landschaftsgärtner.

Der 41-Jährige ist der Mann fürs Grobe. "Er war immer schon ein Schaffer", sagt Ehefrau Tanja Rettenberger und lacht. Die 36-Jährige stand mit 19 schon im Geschäft und half mit. "Ich habe Frisörin gelernt und bin Bäckereifachverkäuferin, dann habe ich bei meinem Mann im Geschäft mitgemacht", erzählt die zweifache Mutter, die im Blumengeschäft nicht mehr wegzudenken ist.

Mehr als 1000 Brautsträuße

Hannelore Rettenberger, Fachfrau für schöne Blumensträuße- und Gestecke und Mutter des Geschäftsführers, erinnert sich: "Ich war erst Metzgereifachverkäuferin, bin dann bei meinem Mann eingestiegen. Damals war das Geschäft noch im Schlösschen", schwärmt die 68-Jährige, die in ihrer Laufbahn schon mehr als 1000 Brautsträuße gebunden hat. Doch das ehemalige Vopeliusschlösschen am heutigen Schwimmbad in Sulzbach musste der Autobahn weichen: "1957 haben meine Eltern Karl und Margarete Rettenberger die erste Gärtnerei eröffnet", berichtet Otto Rettenberger, von 1972 bis 2001 Alleininhaber des Familienbetriebs. "Wegen der Autobahn mussten wir weichen, also haben wir 1960 hier oben angefangen zu bauen", fügt der pensionierte Gärtner hinzu. Eigentlich hat auch er etwas anderes gelernt: "Ich war Schlosser auf der Grube. Aber seit 1958 gab es so viel Arbeit in der Gärtnerei, dass ich heimkam, um zu helfen."

Der heute 73-Jährige baute die ersten Treibhäuser: "Ich war Schlosser, damit konnte ich gut dienen." Inzwischen wurde seit 2002 die Gewächshausanlage erneuert: "Früher mussten wir auch sonntags um fünf zu Hause sein, um abzulüften", erinnert sich Margarete Rettenberger. Heute läuft das Meiste automatisch, vom Klimacomputer überwacht. Auch die Blumenmode veränderte sich.

Seit 1960 kamen Exoten ins Repertoire, wie Safari-Sträuße mit Protea oder Ananas: "Mein Schwiegervater hat geschimpft, als ich den ersten gebunden habe", sagt Hannelore Rettenberger schmunzelnd. Auch wenn sich in 50 Jahren vieles gewandelt hat, arbeiten doch die "Rettenbergers" seither immer Hand in Hand. Das wäre ohne Herzblut und Zusammenhalt nicht zu machen: "Bei der Berufswahl kam für mich nichts anderes in Frage", betont Stefan Rettenberger. Auch Schwester Claudia Geid, die in Fischbach die Filiale des Betriebs leitet, ist Teil der Gärtnerei. Und was muss man dann mitbringen, wenn man Gärtner werden will? "Du musst gern schaffen", antwortet Otto Rettenberger und lacht.

Auf einen Blick

Die Gärtnerei Rettenberger lädt für Freitag, 30. April, und Samstag, 1. Mai, zum Tag der offenen Tür anlässlich des 50-jährigen Firmenbestehens ein. Weitere Infos unter www.gaertnerei-rettenberger.de ane

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