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Die Engel vom Teufelsplatz

Die Engel vom Teufelsplatz

Saarbrücken/Riegelsberg. Das "Devils Place" ist gar kein so teuflischer Ort, wie der Name vermuten lässt: Im ehemaligen Waschhaus der Bahn am Ostbahnhof hat seit etwas über drei Jahren der freie Rockförderverein Saarbrücken seinen Platz. Benannt ist der Rockschuppen nach dem Clubheim des zuvor hier ansässigen Motorrad-Clubs "Red Devils"

Saarbrücken/Riegelsberg. Das "Devils Place" ist gar kein so teuflischer Ort, wie der Name vermuten lässt: Im ehemaligen Waschhaus der Bahn am Ostbahnhof hat seit etwas über drei Jahren der freie Rockförderverein Saarbrücken seinen Platz. Benannt ist der Rockschuppen nach dem Clubheim des zuvor hier ansässigen Motorrad-Clubs "Red Devils".Regelmäßig steigen im Devils Place Konzerte, deren Erlös oft komplett für wohltätige Zwecke gespendet wird. Denn die Vereinsmitglieder und viele der hier einheizenden Bands sind "Rocker mit Herz", die sich insbesondere für in Not geratene Kinder stark machen. Das kommt der Kinderklinik des Winterberg-Krankenhauses ebenso zugute wie der Kindernothilfe Saar, mittlerweile ein fester Partner.

Das soziale Engagement des Rockfördervereins wundert nicht, wenn man weiß, dass "90 Prozent unseres Vorstands im Krankenhaus, als Ärzte oder bei der Feuerwehr arbeiten", erzählt der Erste Vorsitzende Christian Dörr. Er selbst, Baujahr 1974, ist gelernter Rettungsassistent und sitzt als Disponent in der Rettungsleitstelle. "Wer bei unseren Konzerten umkippt, ist also in besten Händen", sagt der gebürtige Riegelsberger lachend.

Das Beispiel macht Schule: Auch andere Veranstalter hätten ihre Konzert-Einnahmen schon der Aktion "Rocker mit Herz" gespendet, darunter das Theaterschiff Maria Helena oder der Asta der Saar-Uni, erzählt der "Gelegenheitssänger" Dörr. "Die Idee zu der Initiative ,Rocker mit Herz' gab es schon vor fünf Jahren, noch bevor wir den Förderverein gegründet haben. Aber der Plan zerschlug sich - geklappt hat es erst, als wir mit dem Devils Place die geeignete Örtlichkeit für Konzerte hatten und die Aktion gleich ins Konzept des Rockfördervereins integrierten."

Aktuell zählt der Rockförderverein etwa 50 Mitglieder; von den 15 Aktiven sitzen sieben im Vorstand. Einige davon sind außerdem wie Dörr - er ist seit 2003 Organisationsleiter des Rock-Nachwuchswettbewerbs "Goldener Scheinwerfer" - schon lange Jahre im Kulturverein Riegelsberg aktiv.

Auf 150 bis 200 schätzt Dörr die Zahl der bislang im Devils Place gestarteten Konzerte mit im Schnitt 50 Zuhörern. Bei den regulären Gigs ist es den Bands freigestellt, ihre Gage zu spenden. Daneben gibt's die ausdrücklich als solche deklarierten Benefiz-Konzerte, etwa das Halloween- oder das Weihnachts-Charity. In diesem Jahr steigt außerdem am 20. und 21. Oktober ein "Unplugged-Charity" mit saarländischem Formationen und einem noch geheimen Stargast von außerhalb. In weiterer Planung sind "Open Stage-Abende" und eine CD der bisher aufgetretenen saarländischen "Rocker mit Herz".

Die hier aufspielenden Hardrock-, Punk- oder Metal-Bands kommen vorwiegend aus Deutschland, doch gastierten auch schon Formationen aus Israel, Kanada oder Holland. "In der Schweiz sind wir mittlerweile sogar bekannter als hierzulande", staunt Dörr. An der ohnehin nicht üppigen Gage und am Komfort kann's nicht liegen - einen Backstage-Bereich oder Catering gibt's nicht, höchstens mal Spritgeld. Es muss wohl die familiäre Atmosphäre sein, welche die Bands freudig anreisen lässt, und die durchweg gute Stimmung bei den Gigs. Und das Bewusstsein, mit Musik die Welt ein wenig besser machen zu können.

Nächstes Konzert: Freitag, 26. August, 19 Uhr mit den Bands LAX, Just For Hate, Out Of Damage und Throwouts.

Auch der Rocknachwuchs-Preis "Goldener Scheinwerfer'' (hier ein Foto vom letzten Jahr) wird von Dörr organisiert. Foto: likepeppi.com.

devils-place.com