Die dunkle Bedrohung aus dem PC

Saarbrücken. Die Variationen über den Kanon "C A F F E E" oder die Melodie "Heißa Kathreinerle" klingen noch fröhlich. Aber "Oh, Du lieber Augustin"! Das Lied taumelt, und mit ihm die kleinen Tänzer - schließlich liegen die Kinder am Boden, die Musik zerstiebt in Dissonanzen: Alles ist hin. Weil Luca fehlt

Saarbrücken. Die Variationen über den Kanon "C A F F E E" oder die Melodie "Heißa Kathreinerle" klingen noch fröhlich. Aber "Oh, Du lieber Augustin"! Das Lied taumelt, und mit ihm die kleinen Tänzer - schließlich liegen die Kinder am Boden, die Musik zerstiebt in Dissonanzen: Alles ist hin. Weil Luca fehlt. Der junge Mann ist süchtig nach Computerspielen geworden und kapselt sich von seinem sozialen Umfeld ab. Wie die Kinder es schaffen, ihren großen Freund wieder ins bunte Leben zurück zu holen, davon handelt das Tanzstück "Luca's Reise in die Irre". Am Freitag war Premiere im voll besetzten HfM-Opernstudio Mauritiuskirche. Bei der Produktion kooperiert die Landesarbeitsgemeinschaft Tanz im Saarland e.V. mit der Plattform 3 (Zentrum für Tanz und Musik Saarbrücken) und dem Studiengang Elementare Musikpädagogik der Hochschule für Musik (HfM) Saar. Vierter im Bunde ist Filmemacher Michael Koob, der die Hintergrund-Projektionen realisierte: Mal abstraktes Computer-Flimmern, mal eine Doppelung der schwarz maskierten Tänzer, die als dunkle Bedrohung aus dem PC Luca (Francisco Bejerano) niederkämpfen. Die Gesamtleitung hat Choreografin Seraina Stoffel, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Plattform 3 in unterschiedlichen Stilistiken und Konstellationen tanzen lässt. Musikalischer Leiter ist HfM-Professor Michael Dartsch. Vier seiner Studentinnen entwickelten die Musik und begleiten die Tänzer mit Gesang und Instrumenten live auf der Bühne, verstärkt durch Mezzosopranistin Claudia Kemmerer. Weitere Klangfarben werden per Samples eingespielt. Auch wenn die Geschichte etwas bemüht erzählt wirkt: Dem Können und Ausdruck aller Mitwirkenden gebührt ein dickes Lob; die Inszenierung wartet mit starken Bildern auf. Ob jedoch dieses vollkommen wortlose Tanzstück mit Musik auch für die jüngsten Vertreter der Zielgruppe "alle ab sechs Jahren" verständlich ist, darf bezweifelt werden. kek Wieder: Samstag 20. März, 15 Uhr, Mauritiuskirche, Moltkestraße. Vorstellungen für Schulklassen: Freitag 19. März, 9.30 und 11.30 Uhr. Karten: Tel. (06 81) 9 85 15 19, Infos: Tel. (0 68 44) 99 12 59. www.lag-tanz-saar.de