1. Saarland

Die Dänen und der Daddelautomat

Die Dänen und der Daddelautomat

A ls ich sie neulich die beiden Treppen hochmarschieren sah, da dachte ich nur: Dänisches Bettenlager. Keine Ahnung, warum mir das einfiel. Denn Dänemark ist weit weg. Und die Matratzen auch

A ls ich sie neulich die beiden Treppen hochmarschieren sah, da dachte ich nur: Dänisches Bettenlager. Keine Ahnung, warum mir das einfiel. Denn Dänemark ist weit weg. Und die Matratzen auch. Jedenfalls ist es so, dass nun, nachdem der Zögling bereits ein stattliches, pubertätsnahes Alter erreicht hat, an fast jedem Wochenende die Frage lautet: Mama, darf der X und/oder der Y und vielleicht auch noch der Z bei mir übernachten? Klar darf er oder dürfen sie. Man will schließlich wissen, welchen Umgang er hat. Und der Umgang ist gut, man kann nicht maulen. In diesem Zusammenhang brech' ich hier mal ne Lanze fürs junge Volk. Sie sind alle gut erzogen, plärren nicht rum und machen keine dicken Arme. Manchmal wäre man aber froh, man würde mal etwas von ihnen hören. Nur so ein kleines bisschen. Denn: Unterm Dach sitzen sie, bevor sie weit nach Mitternacht ihr müdes Haupt ins Kissen drücken, alle am Daddelautomat. Den PC meines Sohnes und all die Laptops, die mit ihren Besitzern die beiden Treppen hochlaufen, habe ich so getauft. Weil damit ernsthaftes Arbeiten noch selten einher ging. Es wird halt gedaddelt und gechattet und gedingst - morgen heißt das bestimmt wieder anders. Nun gut, das mit den Matratzen ist geregelt, will mir ja nicht nachsagen lassen, ich züchte Ölsardinen. Nur mit dem Kühlschrank, das ist noch brisant. Weil junge Männer im Rudel mehr essen, als man es gemeinhin für möglich hält. Wobei wir wieder bei Dänemark wären: Das Land ist weltweit einer der führenden Produzenten von Schweinefleischprodukten. Prima, dann frier' ich jetzt mal 20 Schnitzel ein. Für die Daddelautomaten-Connection.