1. Saarland

Die Christmette im Krankenhaus-Fernsehen verfolgen

Die Christmette im Krankenhaus-Fernsehen verfolgen

Besondere Aufmerksamkeit erfahren diejenigen Patienten, die über Fest in der Klinik bleiben müssen, in St. Josef.

Zeit schenken möchte Sascha Kropp seinen Patienten. Der Krankenpfleger arbeitet seit 2000 im Caritas-Klinikum Saarbrücken, zuerst am Standort St. Theresia am Rastpfuhl, seit Mai in St. Josef Dudweiler. "Gerade Patienten ohne Familie kommen zur Weihnachtszeit eher ins Grübeln", erzählt der Ebenenleiter der Station Innere Medizin/Chirurgie. Man höre dann den Geschichten zu, wie Weihnachten war, als man noch mit der Familie feiern konnte. Auch Sascha Kropp wird mit der Familie feiern, zumindest nach Dienstende. Denn er muss sowohl an Heiligabend als auch am zweiten Weihnachtstag arbeiten.

Seine Kollegin Heike Rheinheimer hat über die Feiertage frei, ist aber dennoch stets erreichbar und einsatzbereit. Die Krankenschwester arbeitet als Ebenenleitung in der Station Frauenklinik und Geburtenhilfe. Der Dezember entpuppte sich dabei mit 30 Geburten als sehr starker Monat. Seit 1980 bereits steht sie in Diensten des Caritas-Klinikums. "Wir versuchen natürlich, so viele Patienten wie möglich vor Heiligabend zu entlassen", so Heike Rheinheimer, "und was man verschieben kann, lässt man nicht unbedingt an Weihnachten machen." Da viele Patienten nach Hause gehen dürften, sei es an den Feiertagen generell etwas ruhiger.

Um im Vorfeld bereits für angenehme Weihnachtsstimmung zu sorgen, wurden die Stationen vom jeweiligen Personal geschmückt. Auf jeder Ebene steht ein Weihnachtsbaum und auch die Stützpunkte sind geschmückt, also jene Räume, in denen man Infos bekommt oder die Daten der Patienten verwaltet werden. "Aufwendigere Dekoration ist wegen Brandschutzbestimmungen leider nicht möglich", sagen Sascha Kropp und Heike Rheinheimer.

Es sei schon eine spezielle Stimmung an Weihnachten sagen beide übereinstimmend. Das enge Arbeiten schweiße einen eh schon zusammen wie eine zweite Familie, an den Festtagen sei es aber noch intensiver. Wenn zum Beispiel Patienten mit großen Familien übers Fest dableiben müssten, seien diese schon traurig. "Die Familien setzen sich dann schon mal gemeinsam vor einen der Weihnachtsbäume, hören Musik und bringen so ein Stück Familie mit in die Klinik", erzählt Sascha Kropp. "Man kommt untereinander noch mehr ins Gespräch", so Heike Rheinheimer, "man redet noch vertiefter." Die Besucher von manchen Patienten würden sogar andere Patienten mit in Unterhaltungen einbeziehen, wenn diese alleine seien.

Die Christmette, die traditionell an Heiligabend begangen wird, wird immer live im Fernsehen der Klinik übertragen. So können die Patienten diese per Kopfhörer in ihren Zimmern verfolgen. Hoher Besuch wird ebenfalls erwartet. Sowohl das Direktorium als auch die Schwestern vom Orden des Heiligen Geistes, unter dessen Trägerschaft das Klinikum einst stand, statten den Stationen einen Besuch ab. "Zusätzlich verteilen Pfleger und Schwestern Geschenke und wünschen noch frohe Weihnachten", sagt Krankenschwester Maria-Theresia Montag. Genau wie sie ist auch ihre Kollegin Manuela Damm an den Festtagen im Einsatz. Letztere übernahm sogar freiwillig die Nachtschicht, die um 6.30 Uhr endet. "Da werde ich im Anschluss gleich noch von meinen Kindern wachgehalten", lacht sie.

Zwei, die Weihnachten nicht zu Hause, aber dennoch gemeinsam verbringen, sind Gustav und Hedi Apolonia Pitz. Seit 54 Jahren teilt sich das Ehepaar das Leben, zurzeit auch noch ein Zimmer im Caritas-Klinikum in Dudweiler. Die beiden ehemaligen Restaurant-Betreiber stammen aus Dudweiler, leben jedoch im französischen Woustviller. Die 73-jährige Hedi Apolonia ist wegen eines Bandscheibenschadens in Behandlung, ihrem ein Jahr älteren Mann wurde das Bein amputiert. Das Fest werden sie also in der Klinik verbringen. Zwar kommt ihr 53-jähriger Sohn an Heiligabend vorbei, doch eins bleibt ihnen verwehrt: Den 16 Jahre alten Hund Offi, einen Mischling, werden sie nicht sehen, weil Tiere in der Klinik nicht erlaubt sind.