1. Saarland

Die besten Argumente am Rednerpult finden

Die besten Argumente am Rednerpult finden

St. Wendel. Spannende Debatten, interessante Themen und wortgewandte Schüler. All das wurde den Zuschauern bei "Jugend debattiert" geboten. Der Regionalwettbewerb fand in diesem Jahr im Gymnasium Wendalinum statt



St. Wendel. Spannende Debatten, interessante Themen und wortgewandte Schüler. All das wurde den Zuschauern bei "Jugend debattiert" geboten. Der Regionalwettbewerb fand in diesem Jahr im Gymnasium Wendalinum statt. Schon einige Zeit vorher führten die Lehrkräfte eine Unterrichtsreihe im Rahmen des Projektes durch und ermittelten die beiden besten Debattanten einer Altersklasse, die dann zum Regionalwettbewerb antreten durften.An diesem galt es erst einmal, die Jury in zwei Qualifikationsrunden zu überzeugen. In der Sekundarstufe I (Klasse acht bis zehn) wurden in den ersten beiden Runden die Themen "Sollen Jugendliche erst ab 16 Jahren Mobiltelefone besitzen und benutzen dürfen?" und "Sollen in der Schule Dialekte stärker gepflegt werden?" diskutiert. In dieser Gruppe setzten sich Esina Malkoc (Geschwister-Scholl-Gymnasium), Lena Norden (Gesamtschule Marpingen), Alexander Kümmel (Arnold-Janssen-Gymnasium) und Florian Weimann (Gesamtschule Marpingen) durch und zogen ins Finale ein. In der Sekundarstufe II (Klasse elf bis 13) konnten die vier Finalisten Clara Brill (Wendalinum), Sophia Folz (Gesamtschule Marpingen), Michelle Klein (Illtal-Gymnasium) und Michael von Hohnhorst (Wendalinum) mit ihren Argumenten zu den Themen "Sollen Plastiktragetüten verboten werden?" und "Sollen Sportler, die in einer deutschen Nationalmannschaft antreten, bei Sportveranstaltungen verpflichtete sein, die Nationalhymne laut und deutlich mitzusingen?", überzeugen.

Debatte über aktuelle Themen

Doch lange Zeit zum Verschnaufen blieb den Debattanten bis zur Finalrunde nicht. Denn um 17 Uhr ging es weiter.

Schüler der Sekundarstufe I mussten sich der Frage, ob "der Betrieb von Pkw, die auf 100 Kilometer über zehn Liter Kraftstoff verbrauchen, verboten werden sollte?" stellen. Florian und Alexander appellierten auf ein Verbot dieser Autos ab 2017. "Profitieren die Bürger davon, wenn sie deshalb ein neues Auto kaufen müssen?", fragte Lena und machte damit auf die hohen Kosten aufmerksam. Während Alexander der Meinung war, dass Deutschland als Vorbild vorangehen sollte, gab Esina zu bedenken, dass Länder wie "Amerika wegen günstigeren Spritpreisen wahrscheinlich nicht nachziehen" würden.

Das Finalthema in der Sekundarstufe II lautete: "Sollen in unserer Stadt Straßen, die nach politisch umstrittenen Personen der Zeitgeschichte benannt sind, umbenannt werden?" - "Es ist eine Ehre für einen Menschen, wenn eine Straße nach seinem Namen benannt wurde", sagte Clara. Diese Ehre sollte jedoch beispielsweise nicht einem ehemaligen Kriegsverbrecher zuteil kommen. Michelle ist hingegen der Meinung, dass der "Nutzen nicht in Relation mit dem großen Aufwand steht". Auch Sophia ist gegen diese Änderungen und stellt außerdem infrage, dass es ein Teil der Geschichte sei und dass diese nicht in Vergessenheit geraten sollte. "Die Geschichte soll nicht vergessen werden. Dafür gibt es Museen und Bücher, die daran erinnern sollen", entgegnete daraufhin Michael.

Am Ende konnten sich in der Sekundarstufe I Alexander Kümmel und Florian Weimann gegen ihre Konkurrenten durchsetzen. Der Jury, bestehend aus Schülern und Lehrern, gefiel vor allem deren gute Argumentation und sie erklärte die beiden deshalb zu Gewinnern. In der Sekundarstufe II gewannen Michelle Klein und Sophia Folz, die mit ihrer klaren Strukturierung und den guten Reaktionen auf die Standpunkte der Gegner bei der Jury punkteten. Somit nehmen diese vier Schüler am Donnerstag, 21. März, am Landeswettbewerb teil. Dort können sich jeweils zwei einer Altersklasse für den Bundeswettbewerb in Berlin qualifizieren.