1. Saarland

Die Bauern hoffen auf Sonne

Die Bauern hoffen auf Sonne

Kreis Neunkirchen. Zu warm, zu nass, zu kühl, zu trocken - nichts ist in diesem Jahr beim Wetter so, wie es gemeinhin als "normal" empfunden wird. Das spüren auch die Bauern. "Momentan ist es einfach deutlich zu nass", fasst Dieter Hauter, Vorsitzender des Kreisverbandes im Bauernverband Saar, die Situation zusammen

Kreis Neunkirchen. Zu warm, zu nass, zu kühl, zu trocken - nichts ist in diesem Jahr beim Wetter so, wie es gemeinhin als "normal" empfunden wird. Das spüren auch die Bauern. "Momentan ist es einfach deutlich zu nass", fasst Dieter Hauter, Vorsitzender des Kreisverbandes im Bauernverband Saar, die Situation zusammen. Gerade das Heu könne auf Grund der hohen Boden- und Luftfeuchtigkeit kaum gemäht werden, weil es auf dem Feld einfach nicht trocknen würde. "Leider wird es mit jedem Tag, den es stehen bleibt, schlechter".Dabei hat das Jahr vielversprechend begonnen. Durchschnittlich war es laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) im Saarland in den Monaten März bis April 1,7 Grad Celsius wärmer als im vieljährigen Mittelwert. Das Saarland gehörte laut DWD mit 175 Litern Niederschlag pro Quadratmeter zu den nassesten Bundesländern, bekam damit aber immer noch 47 Liter weniger Regen pro Quadratmeter als im Durchschnitt für diese Zeit im Saarland üblich. National gesehen landete der Frühling 2012 auf dem sechsten Platz der trockensten Frühjahre seit 1881, weil laut DWD kaum mehr als die Hälfte des üblichen Niederschlags gefallen war. Geschadet habe das den jungen Pflanzen aber kaum, so Hauter. Obwohl durch die warme und immer noch feuchte Witterung das Risiko eines Pilzbefalls deutlich höher gewesen sei. Für die Bauern war die Zeit des ausgehenden Winters aber kritischer. Nachdem dieser nämlich relativ mild und feucht verlaufen war, fielen Anfang Februar die Temperaturen. Durch den schnellen Kälteeinbruch hätten sich nicht alle Pflanzen gegen den Frost wappnen können, so Hauter. Gerade der spät gesäte Weizen habe gelitten.

Auf den Februar folgte das sonnige Frühjahr. Der Juni war im Saarland eher nass, lag aber mit einer Durchschnittstemperatur von 15,5 Grad Celsius im Soll. Die Sonne ließ sich kaum blicken. Mit 140 Stunden schien sie 64 Stunden weniger als im ermittelten Langzeitdurchschnitt, wie die Wetterforscher mitteilen.

Dieter Hauter rechnet trotz allem nicht mit größeren Ernteausfällen. "Die Ertragserwartung ist momentan auf Grund der Feuchtigkeit sogar recht gut - man muss das Korn halt nur reinkriegen. Das ist reine Nervensache." Wäre es wärmer, bestehe die Gefahr, dass die Getreidekörner am Halm zu keimen anfangen. Dann tauge das Korn bestenfalls als Viehfutter. Zwei Wochen schönes Wetter würden ausreichen, um die Ernte einzufahren. "Wir sitzen da und hoffen, dass es besser wird", so Hauter.