"Die Bäume werden nicht entsorgt"

"Die Bäume werden nicht entsorgt"

Neuhaus. Wenn Josef Saile aus dem Fenster seines Einfamilienhauses in der Siedlung Neuhaus schaut, sieht er nichts als Baumstämme und Äste. Schön so weit, wenn man bedenkt, dass er in einer kleinen Siedlung mitten im Urwald vor den Toren der Stadt lebt

Neuhaus. Wenn Josef Saile aus dem Fenster seines Einfamilienhauses in der Siedlung Neuhaus schaut, sieht er nichts als Baumstämme und Äste. Schön so weit, wenn man bedenkt, dass er in einer kleinen Siedlung mitten im Urwald vor den Toren der Stadt lebt. Allerdings handelt es sich bei dem Gehölz nicht um den normalen Baumbestand, sondern um Überreste einer Baumfällaktion des Saarforstes von 2008. "Es ist wirklich eine Schande, wie lange nun schon die Baumreste in der Umgebung herumliegen, Wege versperren und das Gesamtbild stören", sagt der Rentner. Die umliegenden Wanderpfade seien längst unbenutzbar geworden, weil überall Stolperfallen in Form von Geäst den Wanderern das Leben schwer machten, fügt Saile hinzu.

"Ich finde es bedauerlich, dass schon Spaziergänger in Eigeninitiative Baumteile wegräumen müssen, um passieren zu können. Für ältere Leute ist die Waldnutzung in diesem Bereich kaum noch möglich", berichtet Josef Saile, der den Urwald eigentlich sehr mag.

Wo doch die Stadt Saarbrücken und der Regionalverband so auf Tourismusattraktivität bedacht seien, sei es nur schwer zu verstehen, warum sich dies lediglich auf den Stadtkern begrenze. "Auch wenn es sich um einen Urwald handelt, kann man doch nicht einfach alles liegen lassen. Zum Teil sehe ich da sogar schon eine Gefährdung des Verkehrs auf der Landstraße, die vorbeiführt."

Aber gerade die dortige Verkehrssicherheit sei 2008 der Grund für die Rodung gewesen, sagt Dr. Volker Wild, Verantwortlicher beim Saarforst-Landesbetrieb. "Wie der Name schon sagt, soll der Urwald weitestgehend sich selbst überlassen bleiben. Deshalb werden die Bäume nicht entsorgt."

Der zuständige Revierleiter sei allerdings gern bereit, sich die Lage vor Ort anzusehen und mit den Anwohnern zu reden. Ob Josef Saile bald wieder gern aus dem Fenster schaut, wird sich nun zeigen müssen.

Den Tipp für den Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporter Josef Saile aus Saarbrücken. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich entweder per SMS/Fax an Telefon (06 81) 5 95 98 00 oder per E-Mail an: leser-reporter@sol.de