"Die Aufbruchsstimmung ist zu spüren""Nohfelden ist eine schöne Gemeinde mit guter Zukunft"

"Die Aufbruchsstimmung ist zu spüren""Nohfelden ist eine schöne Gemeinde mit guter Zukunft"

Nohfelden. "Meine Rolle in der Kommunalpolitik sehe ich als Moderator, zudem will ich als Bürgermeister möglichst nahe an den Menschen sein." Mit diesen Worten beschreibt Andreas Veit, CDU, sein Amtsverständnis über die Leitung der Verwaltung hinaus. Seit April 2005 ist der 41-jährige Bürgermeister der Gemeinde Nohfelden. Er bewirbt sich für eine weitere Amtszeit

Nohfelden. "Meine Rolle in der Kommunalpolitik sehe ich als Moderator, zudem will ich als Bürgermeister möglichst nahe an den Menschen sein." Mit diesen Worten beschreibt Andreas Veit, CDU, sein Amtsverständnis über die Leitung der Verwaltung hinaus. Seit April 2005 ist der 41-jährige Bürgermeister der Gemeinde Nohfelden. Er bewirbt sich für eine weitere Amtszeit. Darüber entscheiden die Bürger an diesem Sonntag, 10. Juni.Die Gemeinde parteiübergreifend voranbringen, diese Aufgabe habe er als Bürgermeister, zumal im Gemeinderat keine Fraktion eine eigene Mehrheit habe. Der Bürgermeister müsse versuchen, als Moderator eigene Ideen einzubringen, aber auch die verschiedenen Interessen zusammenzubringen. Veit: "Ich glaube, das ist uns in Nohfelden gelungen."

Eine weitere wichtige Aufgabe sei es, die Gemeinde nach innen und außen zu repräsentieren: "Da lege ich großen Wert darauf, zeige Präsenz. Der Bürgermeister muss für die Bürger persönlich ansprechbar sein". Die Zusammenarbeit mit den Menschen in seiner Gemeinde, den Vereinen hat für Veit einen hohen Stellenwert: "Vieles wäre nicht möglich, wenn sich die Ehrenamtlichen nicht kümmern würden."

Ferienpark: Wichtigstes Projekt in seiner ersten Amtszeit war der Baubeginn für den Ferienpark. Veit: "Jetzt ist greifbar, welche Chancen daraus für die Gemeinde erwachsen." Der Park stärke die Wirtschaftskraft. Er unterstreicht: "Er wird Fachkräfte über die Region hinaus brauchen." Veit hofft, dass durch neue Arbeitsplätze auch Menschen in die Gemeinde ziehen. Folgeinvestitionen seien schon erfolgt, wie im Bosaarium, oder bahnten sich an. Veit: "Die Aufbruchsstimmung in der Gemeinde ist zu spüren, ähnlich wie beim Bau des Sees." Die Gemeinde selbst könne nicht privatwirtschaftlich tätig sein: "Wir können keine Gastwirtschaft aufmachen, aber wenn jemand mit einer guten Idee kommt, werden wir ihm nach Möglichkeit qualifiziert und schnell helfen."

Finanzen: Zur Freude über die Tourismusentwicklung kommt die Sorge über die finanzielle Situation der Gemeinde. Andreas Veit: "Die Finanzlage der Gemeinde ist schlecht." 18 Millionen Euro Kassenkredite, vier Millionen Euro langfristige Schulden, 1,2 Millionen strukturelles Minus. Die Zahlen sprechen für sich. Die Gemeinde muss dieses Strukturdefizit im Zuge der Schuldenbremse jedes Jahr um 120 000 Euro abbauen. Einvernehmlich habe man bis 2015 ein Sparkonzept aufgestellt, so Veit. Der Bürgermeister: "Nach 2015 wird es schwierig." Zumal Nohfelden mit 13 Ortsteilen als Flächengemeinde gegenüber Kommunen mit weniger Dörfern einen weiteren Nachteil hat: "Wir müssen für unsere Einwohner mehr Infrastruktur bereithalten." Trotz des Sparzwanges betont er: "Wir müssen in unseren Dörfern bestimmte Standards aufrechterhalten. Das dörfliche Leben muss erhalten bleiben und die Vereine existieren können."

Ein Ziel müsse es sein, auch neue Einnahmequellen zu erschließen. Die Stiftung Sonne für Nohfelden, die einen Solarpark baut und betreibt, ist für den Bürgermeister ein guter Weg. Hier rechne er mit jährlichen Einnahmen von 20 000 Euro. An einer grundsätzlichen Änderung der Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen führe aber kein Weg vorbei. Veit: "Der, der die Gesetze macht, muss auch dafür das Geld in die Hand nehmen."

Wirtschaft: Eine Einnahmequelle für Kommunen sind auch Gewerbesteuern und der Anteil an der Einkommenssteuer. Hier freut sich Veit, dass die größeren Unternehmen in der Gemeinde in den vergangenen Jahren kräftig investiert haben. Zudem sei man im Handwerk gut aufgestellt, wächst die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor stetig. Mit dem interkommunalen Gewerbegebiet Dommersbach habe man Platz für weitere Ansiedlungen. 2,7 Hektar dort gehören der Gemeinde, sind aber noch nicht erschlossen. Andreas Veit ist für eine Erschließung dann, wenn genügend Nachfrage aus Unternehmen da ist. Ansonsten müsse die Gemeinde eine halbe Million Euro vorfinanzieren.

Verkehr: Investieren will er trotzdem. Aber zunächst in die Modernisierung des Bahnhofsumfeldes in Türkismühle. "Der Bahnhof ist wichtig für Pendler, Schüler und Touristen." Der Bürgermeister schlägt vor, dass die Gemeinde die Flächen des Bahnhofsumfeldes kauft, einen neuen Omnibusbahnhof und Park-und-Ride-Plätze baut. Für den Bürgermeister das wichtigste Projekt der kommenden Jahre. Die Kosten summieren sich auf rund vier Millionen Euro, wobei bis zu 90 Prozent über Zuschüsse finanziert werden.

Bildung: Viel Geld investiert Nohfelden in die Verbesserung der Kinderbetreuung. Zurzeit entstehen in verschiedenen Kitas neue Krippenplätze, allein in Sötern werden 1,2 Millionen Euro investiert. 2013 könne man 50 Krippenplätze anbieten, so Veit. Modernisiert habe man die Grundschulgebäude in Gonnesweiler und Sötern. Zu der Nachmittagsbetreuung in Gonnesweiler biete man nach den Ferien auch eine Nachmittagsbetreuung in Sötern an.

Im Wahlkampf sucht Veit verstärkt das Gespräch mit den Bürgern, geht durch alle Dörfer. Seine Botschaft: "Ich habe in den letzten sieben Jahre gute Arbeit geleistet und würde diese gerne fortsetzen."Was ist Ihre größte Hoffnung?

Andreas Veit: Dass auf der ganzen Erde alle Menschen genug zu essen haben und in Frieden leben können.

Was macht Ihnen Angst?

Veit: Jede Form von Fanatismus und Gewalt.

Was können Sie nicht ausstehen?

Veit: Wenn Menschen überheblich sind und glauben, mehr zu sein als andere. Ich kann auch nicht ausstehen, wenn Menschen gedemütigt werden.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Veit: Ingeborg Stadelmann: "Die Hebammensprechstunde"

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Veit: Jede Art von süßem Nachtisch.

Was bedeutet Macht für Sie?

Veit: Wenn Macht positiv ausgeübt wird, bietet sie die Möglichkeit viel Gutes zu bewirken. Wenn Macht missbraucht wird, kann sie großen Schaden anrichten und viel Leid bringen.

Was würden Sie durchsetzen, wenn Sie einen Tag lang Bundeskanzler wären?

Veit: An einem einzigen Tag kann auch ein Bundeskanzler nichts durchsetzen. Ich würde darauf hinarbeiten, die Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden neu zu ordnen, damit die Kommunen sich nicht weiter verschulden müssen.

Welcher Politiker ist Ihr Vorbild?

Veit: Meine Vorbilder in der Politik sind die vielen engagierten Kommunalpolitiker, die ehrenamtlich und ohne viel Aufsehen für die Belange ihrer Mitbürger arbeiten.

Welche drei Dinge würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Veit: Lange würde ich es dort nicht aushalten. Am wichtigsten wären wohl genug zum Trinken und zum Essen und ein Boot für die Rückfahrt.

Welchen Menschen würden Sie gerne kennen lernen?

Veit: Wenn es eine Zeitmaschine gäbe, würde ich gerne Emil Rudolf Köhler kennen lernen, der von 1886 bis 1906 Bürgermeister in Nohfelden war.

Was bedeutet Geld für Sie?

Veit: Geld ist ein Hilfsmittel, damit unser Wirtschaftssystem funktioniert. Geld entscheidet aber nicht darüber, ob man glücklich und zufrieden ist. Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen, machen oft einen ausgeglicheneren und zufriedeneren Eindruck als diejenigen, die nur dem Geld hinterher rennen.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Veit: Jeden Tag mit Gottvertrauen und Gelassenheit angehen. Sich selbst nicht so wichtig nehmen und anderen helfen, so gut es geht.

Worüber können Sie lachen?

Veit: Über eine gute Büttenrede.

Wen ertragen Sie nur mit Humor?

Veit: Menschen, die ständig jammern und nörgeln.

Können Sie Kritik vertragen?

Veit: Ich kann Kritik grundsätzlich gut vertragen, es kommt aber auch darauf an, in welchem Ton sie vorgetragen wird.

Was ist Ihr Lieblingsort in der Gemeinde Nohfelden?

Veit: Es gibt bei uns viele reizvolle Fleckchen. Bei Sonnenauf- oder -untergang am Bostalsee zu sein, empfinde ich als besonders schön.

Was ist die wichtigste Aufgabe in Nohfelden in den kommenden fünf Jahren?

Veit: Die finanzielle Situation der Gemeinde, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Bevölkerungsentwicklung, das sind die drei großen Themen, mit denen wir uns in den nächsten Jahren am meisten beschäftigen werden.

Wenn Sie sich etwas von den Bürgern wünschen könnten (außer dass alle Sie wählen), was würden Sie sich wünschen?

Veit: Ich wünsche mir, dass sich möglichst viele Bürger ehrenamtlich engagieren. Ob in der Nachbarschaft oder im Verein, es gibt viele Möglichkeiten dazu beizutragen, dass sich jeder in der Gemeinschaft wohlfühlt und niemand einsam ist.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: Nohfelden ist . . ..

Veit . . . eine schöne Gemeinde, in der sich derzeit viel tut und die eine gute Zukunft haben wird. "Gemeinsam erfolgreich

weiter"

Wahlslogan auf den Plakaten von Andreas Veit, CDU

Hintergrund

8850 Nohfelder Bürger sind am kommenden Sonntag, 10. Juni, zur dritten Urwahl ihres Bürgermeisters aufgerufen. Es bewerben sich Amtsinhaber Andreas Veit, CDU, und der Nohfelder Ortsvorsteher Jörg Vogt, SPD. Die Wahllokale haben am Sonntag von acht bis 18 Uhr geöffnet. Anschließend werden die Stimmen ausgezählt. Das Einlaufen der Ergebnisse können Interessierte ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses verfolgen. vf

Zur Person

Andreas Veit. Foto: B&K.

Andreas Veit ist 41 Jahre alt und verheiratet. Der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt war Mitarbeiter der Deutschen Bahn und Büroleiter der CDU-Landtagsfraktion, bevor er 2005 zum Bürgermeister der Gemeinde Nohfelden gewählt wurde. Er war Kreisvorsitzender der Jungen Union, stellvertretender Ortsvorsteher in Gonnesweiler und sechs Jahre Mitglied des Gemeinderates. Ehrenamtlich ist er beim Jochen-Rausch-Zentrum in St. Wendel und bei der Lebenshilfe im Vorstand tätig. Seine Freizeit verbringt er mit seiner Frau beim Radfahren und Wandern. Beide erwarten ihr erstes Kind. vf